Bieterkrieg zwischen Vodafone und Telefonica
Gerüchte um UK-Tochter treiben T-Aktie

Spekulationen um den Verkauf ihrer britischen Mobilfunk-Tochter heizen den Kurs der T-Aktie an. Nach Handelsblatt-Informationen sucht der Mobilfunkkonzern einer Partner für den hart umkämpften britischen Markt. Die Gerüchte treiben die Aktie auf ein Sechs-Monats-Hoch.

HB DÜSSELDORF. Die brodelnde Gerüchteküche um den Verkauf ihres britischen Mobilfunkgeschäfts sowie eine Hochstufung durch Aktien-Experten sorgen am Montag für neue Kursgewinne der Telekom-Aktie. Die Papiere gehören mit einem Plus von 2,8 Prozent zu den größten Dax-Gewinnern. Die T-Aktie setzt damit den Aufwärtstrend der letzten Monate fort und läuft auf ihren höchsten Stand seit Januar 2009 zu.

Nach Handelsblatt-Informationen aus Unternehmenskreisen sucht die angeschlagene Telekom-Tochter einen Partner auf dem hart umkämpften britischen Mobilfunk-Markt. Eine Sanierung auf eigene Faust sei vom Tisch, ein Verkauf weiterhin denkbar, wenn auch nicht die bevorzugte Option, hieß es. Laut "The Guardian" will der Bonner Mutterkonzern seine britische Tochter T-Mobile UK lieber mit Orange, einem Ableger der France Telecom, fusionieren statt sie zu verkaufen. Eine Entscheidung solle bis November fallen. Die Telekom hatte im ersten Quartal 1,8 Mrd. Euro auf ihre britische Tochter T-Mobile UK abgeschrieben, nachdem deren Umsatz und Gewinn dramatisch gefallen waren.

In Großbritannien kämpfen nach wie vor fünf Anbieter um die Mobilfunkkunden, eine Konsolidierung der Branche steht nach Meinung von Experten kurz bevor. Findet die Telekom für T-Mobile UK - die Nummer vier in Großbritannien - einen Partner, müsste sie sich nicht vom wichtigen britischen Markt verabschieden. Verkauft sie die Tochter, müsste der Käufer die Sanierung finanzieren.

Über mögliche Käufer wird dennoch weiter spekuliert. Laut "Financial Times" (FT) hat ein Bieterkrieg zwischen Vodafone und Telefonica um T-Mobile UK begonnen. Die beiden Unternehmen hätten nicht bindende Gebote im Wert von rund vier Mrd. Pfund für die T-Mobile UK abgegeben. Laut "Sunday Times" lagen die Gebote bei jeweils rund 3,5 Mrd. Pfund. Die übereinstimmenden Berichte sprechen laut einem Händer dafür, dass ein Verkauf kurz bevor steht. Dies stütze das Papier, auch wenn zuvor bereits über einen möglichen Verkauf spekuliert worden sei.

Nomura glaubt an Sektor-Erholung

Laut Adrian Pehl, Aktien-Analyst von Equinet, stützt vor allem der höhere als bislang erwartete Preis für die britische Tochter die deutsche Telekom-Aktie. Zuletzt habe sich die Bewertung in der Branche ohnehin verbessert, nachdem Großanleger vermehrt in Telekomwerte umschichteten. Pehl bewertet die Telekom-Aktie mit "Hold".

Nomura hob indes das Votum für die Telekom-Aktie in einer Branchenstudie von "Reduce" auf "Buy" an und erhöhte das Kursziel von 9,50 auf 11,00 Euro. Seit Jahresbeginn habe sich der Sektor um 15 Prozent schwächer als der Markt entwickelt und die Erholung seit den Tiefs im März hinke der allgemeinen Entwicklung sogar um 35 Prozent hinterher, schrieb Analyst Graeme Pearson. .

Zudem stünden die Regulierungsbehörden unter Druck, nach der Bundestagswahl verstärkte Anreize für Netz-Investitionen zu schaffen und damit den Weg für neue Kostensenkungen zu ebnen. Die Gewinndynamik stabilisiere sich, auch weil der Spielraum für weitere Preissenkungen im deutschen Mobilfunkgeschäft relativ begrenzt sei.

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