Börsendebüt in Moskau
Wenig Nachfrage nach Rosneft-Aktien

Bei ihrem Debüt an der Moskauer Börse haben die Aktien des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft bei einem der größten Börsengänge der Welt auf Niveau des Ausgabepreises notiert.

HB MOSKAU. Die ersten Rosneft-Aktien wechselten am Montag für 7,555 Dollar den Besitzer. Seinen Großinvestoren hatte Rosneft in der vergangenen Woche Anteilsscheine für insgesamt 10,4 Mrd. Dollar zum Preis von je 7,55 Dollar verkauft. Allerdings war der Umsatz zu Handelsbeginn sehr dünn. Bei dem Börsengang verkaufte Rosneft insgesamt rund 13 Prozent seiner Anteile. Damit belief sich der Marktwert von Russlands drittgrößtem Ölkonzern auf rund 80 Mrd. Dollar.

Drei große Ölgesellschaften nutzten den Börsengang zum Einstieg bei Rosneft. Die britische BP zeichnete für eine Milliarde Dollar (790 Mill. Euro) Aktien, die malaysische Petronas für 1,1 Mrd. Dollar und die chinesische CNPCfür 500 Mill. Dollar. Bei ihrem Engagement dürften die Käufer besonders die Beziehungen zur russischen Regierung im Blick gehabt haben. Vor allem im Energiesektor zieht der Kreml zunehmend die Fäden. Rosneft bleibt auch nach dem Börsengang fest in staatlicher Hand, da nur ein geringer Teil seiner Anteile verkauft werden. Der Börsengang ging nicht zufällig zeitgleich mit dem Treffen der sieben führenden Industrienationen und Russland (G-8) in St. Petersburg über die Bühne: Präsident Wladimir Putin wollte ihn dort als Beleg für die Offenheit seines Energiesektors präsentieren.

Rosneft war erst durch die Zerschlagung von Yukos, des Ölkonzerns von Putin-Kritiker Michail Chodorkowski, in die erste Liga der Ölförderer aufgestiegen, indem es große Teile des inzwischen insolventen Konkurrenten erwarb. Aktionäre von Yukos bezeichnen dies als Diebstahl und wollen den am Mittwoch geplanten Börsengang in London in letzter Minute gerichtlich vereiteln.

Am Londoner „Graumarkt“ hatten Rosneft-Aktien am Freitag bis zu 7,95 Dollar gekostet.

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