Börsengang
Facebook-Aktie gefällt den Investoren

Die Facebook-Aktie scheint bei den Investoren gut anzukommen. Eine Woche vor dem geplanten Börsengang sind die Anteile bereits überzeichnet - trotz hartnäckiger Zweifel am Geschäftsmodell des sozialen Netzwerks.
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San FranciscoVor dem mit großer Spannung erwarteten Facebook-Börsengang zeichnet sich Branchenvertretern zufolge ein reges Interesse von Investoren ab. Eine Woche vor dem voraussichtlichen Starttermin hätten Anleger bereits eine größere Nachfrage signalisiert, als Aktien zur Verfügung stünden, sagte eine mit dem Vorhaben vertraute Person. Die milliardenschwere Erstemission (IPO) des weltgrößten sozialen Netzwerks sei bereits überzeichnet. Im Wochenverlauf habe ein institutioneller Großinvestor trotz der Zweifel am Wachstum des Internet-Treffpunkts eine Mega-Order platziert, sagte eine zweite Person, die die Fortschritte des Börsengangs beurteilen kann. Am Montag hat Firmenchef Mark Zuckerberg eine Werbetour bei Investoren (Roadshow) gestartet. Das US-Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren.

Facebook will bei seinem Sprung aufs Parkett alle bisherigen Technologie-Börsengänge in den USA deklassieren. Der Online-Treffpunkt könnte laut eigenem Prospekt Aktien für bis zu 13,6 Milliarden Dollar losschlagen. Dagegen verblasst selbst die Premiere des Internet-Giganten Google, der 2004 „nur“ 1,7 Milliarden Dollar erlöste. Gelingt Facebook dieser Paukenschlag, wäre das erst acht Jahre alte Unternehmen mit knapp 100 Milliarden Dollar insgesamt fast genau so viel wert wie der Online-Handelsriese Amazon. Die Preisspanne für Facebook-Aktien beträgt 28 bis 35 Dollar. Weil die Besitzer - allen voran Gründer Zuckerberg - nur einen Bruchteil ihrer Anteile verkaufen, würde sich der gesamte Firmenwert auf 77 bis 96 Milliarden Dollar belaufen.

Diese astronomische Bewertung bleibt unter Finanzprofis höchst umstritten, weil sich die Geister an der entscheidenden Frage scheiden: Hat Facebook das größte Wachstum noch vor sich oder sind seine besten Zeiten bereits vorüber? Bei Google stellte sich heraus, dass ersteres der Fall war - Deshalb ist der Konzern heute auch 200 Milliarden Dollar wert. Branchenprimus Apple bringt es dank iPhone und iPad sogar auf 550 Milliarden Dollar. Ein abschreckendes Beispiel liefert dagegen Groupon: Seit dem Börsengang im November hat sich der Aktienkurs des Schnäppchenportals in etwa halbiert. Auch das Platzen der Internetblase vor gut zehn Jahren hat viel Skepsis hinterlassen.

Experten gingen wegen des Rummels um Facebook davon aus, dass sich die Investoren um die Papiere des Online-Treffpunktes mit mehr als 900 Millionen aktiven Nutzern reißen würden. Trotzdem nagen weiterhin die Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. Erst Ende April gab Facebook mit dem ersten Umsatzrückgang zum Vorquartal seit mindestens zwei Jahren zu Denken. Facebook kämpft gegen Google um die wertvolle Zeit der Internetnutzer, die sich wiederum bei Werbekunden in bares Geld verwandeln lässt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Jeder versenkt eben sein Geld so gut er kann. Die neue globale Volksaktie - Dt. Telekom lässt größen.

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