Börsengang
Petrochina teuerstes Unternehmen der Welt

Der chinesische Öl- und Gasriese Petrochina ist an die Börse gegangen und damit zum teuersten Unternehmen der Welt aufgestiegen. Der Marktwert des bisherigen Spitzenreiters wurde in Fernost mal eben um das Doppelte übertroffen.

HB SHANGHAI. Petrochina hat nun einen Börsenwerrt von fast einer Billion Dollar (umgerechnet 689 Mrd. Euro). Der bisherige Spitzenreiter, der US-Konkurrent Exxon Mobile, hatte am Freitag einen Börsenwert von 488 Milliarden Dollar. Beim bislang größten Börsengang auf dem chinesischen Festland sammelte Petrochina am Montag mehr als neun Milliarden Dollar ein. Petrochina verkaufte in Shanghai vier Milliarden Aktien und brachte damit 2,18 Prozent seines erweiterten Aktienkapitals an die Börse.

Die Aktien des staatlich kontrollierten Energiekonzerns endeten bei einem Preis von 43,96 Yuan um 163 Prozent über dem Ausgabepreis von 16,70 Yuan pro Stück. Bei Handelsbeginn war der Preis sogar zunächst um 191 Prozent auf 48,60 Yuan hochgeschossen.

Der Börsengang festigt die Stellung von Chinas größtem Öl- und Gasproduzenten und unterstreicht gleichzeitig das Vertrauen der Anleger in die brummende Wirtschaft des Landes. Analysten warnten jedoch davor, dass die massive Nachfrage nach den Papieren teilweise auf das Börsenfieber in China zurückzuführen sei. Dies könne den Aktien von Petrochina und dem gesamten Markt später noch schaden.

„Der Eröffnungspreis ist wirklich zu hoch, was die Fundamentaldaten von Petrochina angeht“, sagte Analyst Wan Jing von Orient Securities in Shanghai. Viele Investoren sähen die Titel eher als Kurzzeitgeschäft denn als langfristige Anlage. Am Mittag wurde Petrochina mit dem 54-fachen der Analystenprognosen für den Gewinn pro Aktie in 2007 bewertet und lag damit weit über dem Durchschnitt des 18-fachen für Ölfirmen weltweit.

In Hongkong sackten die Papiere von Petrochina um mehr als sechs Prozent ab, was darauf schließen ließ, dass auch viele internationale Anleger das Unternehmen für zu hoch bewertet halten. Wertpapiere des Unternehmens werden schon seit sieben Jahren in Hongkong gehandelt und haben sich dort im Wert seitdem versechzehnfacht. Petrochina profitierte vor allem vom steigenden Ölpreis, der sich im selben Zeitraum verdreifachte, und der zunehmenden Treibstoff-Nachfrage im wirtschaftlich boomenden China.

Chinas Wertpapiermärkte setzten derweil ihren jüngsten Abwärtstrend fort und verloren mehr als zwei Prozent. Äußerungen von Ministerpräsident Wen Jiabao vom Wochenende, wonach die Regierung in Peking weitere Schritte unternehmen will, um die Bildung und das Platzen einer Aktienblase an Chinas Märkten zu verhindern, hatten die Anleger verunsichert. Der Shanghai-Index rutschte um 2,48 Prozent auf 5 634,45 Punkte bei Handelsschluss. Der Shenzhen Composite Index verlor 0,68 Prozent und endete bei 1 377,20 Punkten.

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