Börsengang wegen Pleite eines Kunden verschoben – Schweizer Börse zählt kleinere Neuzugänge
Esmertec muss Zeichnungsfrist zum zweiten Mal verlängern

Beim Börsengang des Schweizer Softwareanbieters Esmertec läuft kaum etwas wie geplant: Nachdem die Zeichnungsfrist bereits einmal verlängert wurde und der Handel eigentlich gestern an der Börse in Zürich starten sollte, mussten die Schweizer auch diesen Termin überraschend absagen.

ZÜRICH. Als Grund nannten sie die Insolvenz der britischen Firma Sendo, die ihnen noch 1,8 Mill. Dollar schuldet. Die Summe muss nun zunächst als Rückstellung verbucht werden. Mögliche Investoren sollen informiert werden und noch bis heute Zeit bekommen, es sich anders zu überlegen. Der erste Handelstag ist dann für morgen geplant.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Banken die Zeichnungsfrist für Esmertec verlängert, nachdem bekannt geworden war, dass die britische Tao-Gruppe den Schweizern vorwirft, möglicherweise einige Tao-Patente verletzt zu haben. Esmertec hält diese Vorwürfe zwar für gegenstandslos, weil der gleiche Sachverhalt bereits vor zwei Jahren in den USA rechtlich überprüft und zu Gunsten von Esmertec entschieden worden war. Aber das Unternehmen entschloss sich dennoch, die Zeichnungsfrist zu verlängern, um seine Investoren zu informieren.

Vor dieser ersten Information waren die Aktien, die mit 20 Schweizer Franken am oberen Ende der Preisspanne lagen, nach Angaben des Unternehmens neunmal überzeichnet gewesen. Inzwischen nennt Esmertec keine Zahlen mehr, sondern spricht lediglich von einer „weiterhin starken“ Nachfrage. Die rund 100 Mill. Franken (65 Mill. Euro), die sich das Unternehmen noch immer von seinem Börsengang verspricht, sollen genutzt werden, um den asiatischen Markt intensiver zu bearbeiten, Software weiter zu entwickeln und Schulden zu bezahlen.

Dem 1999 gegründeten Unternehmen mit Sitz in Zürich wird, wenn alles gut geht, der fünfte Börsengang gelingen, der in der Schweiz in diesem Jahr über die Bühne geht. Leonid Baur, Partner bei den Wirtschaftsprüfern von Ernst & Young spricht von einem „erfreulichen Trend“, erinnert allerdings an den Börsengang des Biotech-Unternehmens Arpida, der zum Misserfolg geriet und Speedel, ein weiteres Unternehmen aus der Biotechbranche, vom Börsengang in Zürich abhielt. Dennoch sei auch in den kommenden Monaten noch mit „weiteren IPOs von Unternehmen aus den verschiedensten Branchen zu rechnen.“

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