Branche im Fokus
Anleger greifen bei Stahlaktien zu

Stahlaktien legen kräftig zu. Weil ein japanischer Autohersteller trotz Krise mehr für Stahl bezahlt als angenommen, klettern auch die Aktien der deutschen Stahlkocher. Besonders deutlich geht es bei einem Unternehmen aus dem MDax nach oben.

HB FRANKFURT. Stahlwerte haben am Freitag dank für die Branche positiver Nachrichten an ihre Vortagsgewinne anknüpfen können. Kreisen zufolge einigte sich der unter der weltweiten Autokrise leidende japanische Autohersteller Toyota mit dem Stahlriesen Nippon Steel auf geringer als erwartete Preisnachlässe. Stahltitel in Japan hatten daraufhin deutlich zugelegt.

Salzgitter legten an der Dax-Spitze um 2,78 Prozent auf 54,40 Euro zu. Die Aktie profitierte laut Händlern zusätzlich davon, dass Cheuvreux sie von "Underperform" auf "Buy" hochgestuft hat. Thyssen-Krupp verteuerten sich immerhin um überdurchschnittliche 0,29 Prozent auf 17,46 Euro. Der Leitindex notierte zeitgleich fast unverändert mit plus 0,01 Prozent bei 4 609,70 Punkten. Im festen MDax ging es für Klöckner & Co um satte 8,62 Prozent auf 9,70 Euro hoch.

"Die Preiskürzung ist deutlich geringer ausgefallen als befürchtet", kommentierte ein Börsianer. Analyst Yuji Matsumoto von Nomura Securities sagte, falls die Preissenkung wie berichtet bei zehn Prozent liege, würde sich seine Schätzung für den operativen Gewinn von Nippon Steel um mehr als 100 Milliarden Yen erhöhen. Allerdings befürchtet er ebenso wie Mizuho-Securities-Analyst Hiroshi Matsuda weitere Preissenkungen.

"Die Nachrichten aus Japan sind natürlich grundsätzlich positiv für die ganze Branche", sagte Analyst Robert Greil von Merck Finck. Schon seit Tagen gebe es immer wieder für den Sektor positive Meldungen und Stahlaktien reagierten als Frühzykliker besonders schnell auf Nachrichten wie etwa die Erholung der chinesischen Wirtschaft. Allerdings seien diese bei den Unternehmen selbst noch nicht richtig angekommen. Greil rechnet deshalb damit, dass ThyssenKrupp und Salzgitter im Mai sehr schwache Zahlen für das erste Quartal berichten werden. Angesichts der bisher extrem negativen Ausblicke der Unternehmen warte er mit Spannung darauf, ob sie eine Prognose wagten, in denen ein Hoffnungsschimmer auf eine bessere Entwicklung aufscheine.

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