Branche im Fokus
Autoaktien schmieren ab

Die Aktien der deutschen Autobauer sind am Mittwoch kräftig unter Druck geraten. Bei Daimler gab es Gerüchte um eine Gewinnwarnung, die aber schnell dementiert wurden. Bereits am Vortag hatte eine Studie von Merrill Lynch für Aufregung gesorgt.

HB FRANKFURT. Gerüchte über eine Gewinnwarnung bei Daimler konnten durch ein Dementi nicht entkräftet werden und auch fehlende konkrete Aussagen zum Ausblick von Porsche bewegten die Gemüter.

Bis zum Mittag rutschten Daimler am Dax um 7,08 Prozent auf 32,90 Euro ab. Für Porsche ging es um 9,08 Prozent auf 68,92 Euro runter - mit dem bisherigen Tagestief bei 67,33 Euro fielen die Titel des Sportwagenbauers auf den tiefsten Stand seit März 2006. Die Branchenkollegen wurden in Sippenhaft genommen - BMW fielen um 3,32 Prozent auf 26,39 Euro, für Volkswagen ging es um drei Prozent auf 269,68 Euro nach unten.

"Es gibt keine Gewinnwarnung", sagte eine Sprecherin des Daimler-Konzerns. Aussagen zur Prognose würden erst wieder mit der Vorlage der Geschäftszahlen zum dritten Quartal, am 23. Oktober, gemacht. Händlern zufolge stieß dem Markt die Formulierung des Dementi sauer auf. Zudem verunsichere die Aussage, dass sich seit der Zahlenbekanntgabe im Juli die Marktbedingungen schwieriger gestalteten. "Es wird jetzt von einigen so aufgefasst, dass eine Gewinnwarnung mit den Zahlen zum dritten Quartal zusammenfällt", so ein Börsianer. Allerdings dementierte eine Sprecherin, dass Daimler erneut die Erwartungen reduzieren könnte.

Als Auslöser für die Gewinnwarnungsgerüchte machten Händler auch eine Studie von Merrill Lynch vom Vortag verantwortlich. Autobauer seien durch Leasing- und Finanzierungskredite ebenfalls von der Bankenkrise betroffen, schrieben die Analysten von Merrill Lynch. Europäische Autobauer finanzierten jährlich rund 250 Milliarden Euro, davon müssten etwa 80 Milliarden Euro jährlich refinanziert werden. In der aktuell angespannten Situation auf dem Interbanken-Geldmarkt sei hier mit höheren Zinskosten zu rechnen. Daher stelle sich nun die Frage, ob Autobauer ihre Kreditratings aufrecht erhalten können und ob sich Daimler noch sein Aktienrückkaufprogramm leisten könne.

Auch fehlende Aussagen von Porsche zum Geschäftsverlauf drückten auf die Stimmung. "Das Umfeld für Autobauer wird immer schwieriger", so ein Börsianer. Wegen der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation könne keine verlässliche Aussage über den Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres 2008/09 getroffen werden, so der Sportwagenbauer.

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