Branche im Fokus
Online-Banken vor ungewisser Zukunft

Online-Banken haben die Finanzkrise bisher gut überstanden. Heute teilte Comdirect mit, dass man im vergangenen Jahr eine Vielzahl neuer Kunden anlocken konnte. Anleger reagierten zunächst erfreut. Inzwischen mehren sich aber die kritischen Stimmen. Ob das Geschäft der Direktbanken in diesem Jahr weiter gut läuft, scheint fraglich.

FRANKFURT. Viereinhalb Prozent auf das Tagesgeld, 75 Euro Prämie für ein neues Girokonto und dazu eine kostenlose Kreditkarte - mit solchen Kampfangeboten locken Direktbroker und Internetbanken neue Kunden. "60 bis 70 Millionen Euro dürfte allein die Comdirect 2008 dafür ausgegeben haben", schätzt Analyst Andreas Pläsier vom Bankhaus MM Warburg. Das Institut aus Quickborn steigerte die Zahl der Kunden seit Januar 2008 von rund einer Mio. auf 1,35 Mio., die Zahl der Tagesgeldkonten verdoppelte sich auf 800 000. "Die Kosten für einen neuen Kunden rechnen sich teilweise schon nach dem ersten Jahr", so Pläsiers Einschätzung - "je nachdem wie viel Geld er mitbringt."

Bisher haben sich die Online-Banken inmitten Finanzkrise passabel gehalten: Im Oktober und Dezember erreichte das Wertpapiergeschäft Rekordzahlen. So registrierten auch die BNP-Paribas-Tochter Cortal Consors und die Münchener Direkt Anlage Bank (DAB) starke Umsätze im vierten Quartal. "Der Oktober ist mit seinen starken Umsätzen einer der drei besten Monaten der Firmengeschichte geworden", sagt Cortal-Consors-Sprecher Dirk Althoff. Für die DAB und Comdirect war es sogar der erfolgreichste Monat seit Gründung.

Trotzdem sank der Gewinn bei Comdirect im Vergleich zu 2007 um 14,1 Prozent auf 77,8 Millionen Euro, wie die Tochter der Commerzbank heute in Quickborn mitteilte. Das Nachsteuerergebnis entspreche mit 57,7 Millionen Euro dem Vorjahresgewinn. An der Börse legte die Comdirect-Aktie zunächst bis zu vier Prozent zu. Inzwischen ist das Plus aber wieder etwas abgebröckelt.

Ob die positive Entwicklung der Onlinebanker und-broker im neuen Geschäftsjahr anhält, scheint fraglich: Sondereffekte wie der Kursrutsch an den Aktienmärkten sowie die Einführung der Abgeltungssteuer trieben das Handelsvolumen im vergangenen Jahr nach oben. Jetzt ist es an den Börsen ruhiger geworden, die Umsätze gehen zurück.

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