Bürgerkrieg im Hauptanbauland Elfenbeinküste treibt die Notierungen kurzfristig auf ein Dreimonatshoch
Kakaopreis bleibt schwankungsanfällig

Der neu entflammte Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste könnte nicht nur der Wirtschaft des westafrikanischen Landes schweren Schaden zufügen, sondern zumindest längerfristig auch die Schokoladenliebhaber in den Industrieländern teuer zu stehen kommen.

HB KAPSTADT. Schließlich lieferte die Elfenbeinküste in der Saison 2003/04 mit 1,25 Mill. Tonnen über 40 Prozent aller weltweit geernteten Kaffeebohnen – und war damit klar die Nummer eins am Weltmarkt. Im Vergleich mit anderen Rohstoffen ist der Kakaomarkt klein: Sein Gesamtumfang beträgt nur drei Mill. Tonnen jährlich, was einem Handelsvolumen zwischen 1,5 Mrd. und zwei Mrd. Dollar entspricht.

Kein Wunder, dass die Preise für den aromatischen Schoko-Rohstoff angesichts der Dominanz der Elfenbeinküste nach den Unruhen vor zwei Wochen zunächst um mehr als 20 Prozent auf rund 1800 Dollar pro Tonne angezogen waren. Zum einen lag dies an spekulativen Fonds, die umgehend aktiv wurden. Daneben befürchteten einige Beobachter, dass die bis zum April eingebrachte Haupternte unter der Schließung wichtiger Transportwege leiden könnte. Allerdings hatte selbst ein erster Ausbruch des Konflikts im September 2002 die Kakaoversorgung nur unmaßgeblich beeinflusst. Damals hatte ein Putschversuch in einen Bürgerkrieg gemündet und den Kakaopreis auf Rekordstände von über 2300 Dollar pro Tonne schnellen lassen. Seitdem ist die Elfenbeinküste de facto geteilt: in einen von den Rebellen kontrollierten muslimischen Norden und einen von der Regierung gehaltenen Süden.

Bedenklich stimmt Beobachter zudem, dass immer mehr französische Unternehmen wie etwa die Bollore-Gruppe das Land verlassen. Der multinationale Konzern hatte seinen Rückzug aus dem Kaffee- und Kakaogeschäft im Juni mit einer Hinwendung aufs Kerngeschäft begründet. Viele sind hingegen der Meinung, dass die Schwierigkeiten beim Transport und der Vermarktung von Kakaobohnen und die immer stärkere antifranzösische Stimmung zu dieser Entscheidung beigetragen haben. Weitere Konzerne könnten folgen.

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