BVB-Geschäftsführer Treß
„Wir können die Bayern nicht einholen“

Mit der Halbjahresbilanz legt Borussia Dortmund erneut einen Millionengewinn vor. Im Interview verrät BVB-Geschäftsführer Thomas Treß warum er Riesentransfers weiter ablehnt – und die Aktie für unterbewertet hält.
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Handelsblatt Online: Herr Treß, einerseits hat Borussia Dortmund den Gewinn erneut gesteigert. Andererseits hat der BVB laut Ihrem aktuellen Halbjahresbericht erstmals wieder die Finanzverbindlichkeiten gesteigert. Sie machen insgesamt 5,6 Millionen Euro neue Schulden. Weichen Sie von Ihrem Kurs der Schuldentilgung ab?

Thomas Treß: Nein, wir weichen von diesem Kurs nicht ab. Auch wenn es kurzfristig sein kann, dass wir unseren Fremdkapitalanteil temporär steigern, bleiben wir langfristig bei unserem Kurs der Schuldentilgung.

Am Mittwoch geht es im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen die Bayern. Wann kann der BVB auch finanziell mit den Bayern mithalten?

Wir können bestenfalls den Abstand auf die Bayern verkürzen. Doch einholen können wir sie nicht. Dort wurde jahrelange hochseriöse Arbeit im finanziellen Bereich betrieben. Ein solcher Vorsprung ist nicht innerhalb weniger Jahre einzuholen.

Die Bayern haben mit Audi, Adidas und der Telekom sehr lukrative Sponsorenverträge abgeschlossen. Sie setzen mit Signal Iduna, Evonik und Brinkhoffs auf regionale Sponsoren. Wie kann Borussia Dortmund sich auch im Sponsoring internationaler aufstellen?

Wir haben einerseits den Standortnachteil Nordrhein-Westfalen; ein Bundesland, in dem viele Vereine um Sponsoren werben. Aber trotzdem haben wir unser Sponsoring-Aufkommen in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert und wollen es auch weiterhin steigern. In Folge des anhaltenden sportlichen Erfolgs realisieren wir eine zunehmend verbesserte Preisqualität. Natürlich sind wir bestrebt, auch überregional weitere Sponsoren zu finden. Ein Beispiel ist Puma. Durch unser strategisches Marketing werden wir weitere gewinnen. Wir sehen sowohl international wie regional weitere Erlöspotentiale.

Dazu muss die Marke Borussia Dortmund auf internationaler Ebene aber weiter an Bekanntheit gewinnen. Uli Hoeneß hat Dortmund ja zuletzt als „regionale Sache“ bezeichnet. Hat er Recht?

Dortmund ist keine regionale Marke. Auch international werden wir als Marke wahrgenommen. Gerade in den vergangenen zwei Jahren haben wir an Bekanntheit deutlich hinzugewonnen .Und wir werden uns auch weiter international besser aufstellen. Neben unseren Auftritten in der Champions League steigern wir unsere Bekanntheit unter anderem durch eine japanische Homepage und BVB World, wo wir unsere Bewegtbilder auch international online vermarkten. Zehn Prozent unserer Onlineumsätze machen wir mittlerweile im Ausland – mit steigender Tendenz.

Ist es eine Option, durch die Verpflichtung von internationalen Stars an Bekanntheit zu gewinnen? Sind Transfers oberhalb der 30-Millionen-Marke für den BVB überhaupt vorstellbar?

Ein solcher Transfer würde unserer Strategie widersprechen, Stars lieber selber zu machen als sie am Markt teuer einzukaufen. Das ist unsere Philosophie. Das ist aber auch den finanziellen Rahmenbedingungen von Borussia Dortmund geschuldet. Wir streben nicht an, solche Transfers abzubilden.

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