Chinas führender PC-Hersteller übernimmt für fünf Jahre die Marke des US-Riesen – Analysten sind dennoch skeptisch
Was sich Lenovo von IBM verspricht

Die 1,75 Milliarden Dollar teure Ehe mit IBM katapultiert Chinas führenden PC-Hersteller Lenovo vom achten auf den dritten Platz in der Weltrangliste.

VANCOUVER. Lenovo, früher Legend genannt, übernimmt für fünf Jahre die Marke IBM, sichert sich Forschung, Entwicklung, Managment, Vertrieb und Image von „Big Blue“. Das spektakuläre Computer-Upgrade, die bisher größte Übernahme eines chinesischen Unternehmens im Ausland, legt Lenovo über Nacht einen großen Teil des Weltmarktes zu Füßen. Ein Ziel, sagen Analysten, für das Lenovo zehn Jahre lang hätte hart und erfolgreich arbeiten müssen, um es aus eigener Kraft zu erreichen.

Doch der Deal stellt für Lenovo eine strategisch riskante Wette dar. Und viele Analysten sind skeptisch über den Ausgang des Abenteuers. „Das ist ein großes Risiko für die neue Firma, denn Lenovos Globalisierung steckt in den Kinderschuhen und das Unternehmen hat kaum internationale operative Erfahrung“, sagt Alan Hsieh, Präsident der International Data Corp.

Lenovos Gewinnmargen von derzeit etwa fünf Prozent werden durch die viel niedrigere Nettorendite von ein Prozent bei IBM spürbar gedrückt, sagt der PC-Experte Frank Lai bei BOC International. Mehr noch: Auch „die Schwierigkeiten bei der Verlagerung von Produktion nach China sollten nicht unterschätzt werden“. Die Citigroup und Australiens Macquarie-Gruppe halten weiterhin an ihren Verkaufsempfehlungen für die in Hongkong gehandelten Lenovo-Aktien fest, obwohl der neue Riese mit zusammen zwölf Milliarden Dollar Umsatz eine kritische Größe erreicht, ohne die in dem von Margenverfall geprägten Geschäft nichts mehr zu holen ist.

Die Insider beeindruckt auch nicht, dass Lenovo mit dem IBM-Deal in eine Richtung schwenkt, die in China – wo die PC-Märkte an der boomenden Ostküste langsam gesättigt sind – viel verspricht: Mehr Firmenkunden, vor allem Mittelständler, und mehr Vertrieb in kleineren Boomstädten im Hinterland. Denn dort hat es Lenovo jetzt schon enorm schwer gegen jenen Computer-Riesen, mit dem es sich künftig international herumschlagen muss: Dell.

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