Chip-Fertiger X-Fab
Erfurter starten an Pariser Börse durch

Vor mehr als einem Jahrzehnt hat es der Halbleiter-Hersteller schon einmal vergeblich an der Frankfurter Börse versucht. Nun trieb es X-Fab nach Frankreich. Das Erfurter Unternehmen nimmt bis zu 440 Millionen Euro ein.
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FrankfurtDer Thüringer Halbleiter-Auftragsfertiger X-Fab nimmt mit seinem Börsengang in Paris bis zu 440 Millionen Euro ein. Das Erfurter Unternehmen teilte die maximal 55 Millionen Aktien am Donnerstag zu acht Euro zu, am unteren Ende der Preisspanne, die bis 10,50 Euro gereicht hatte. 250 Millionen Euro davon gehen an X-Fab selbst, die damit Investitionen finanzieren und die Bilanz stärken will. Vorstandschef Rudi De Winter liebäugelt auch mit Übernahmen. Sogenannte „Foundries“ wie X-Fab produzieren Chips für Hersteller, die das selbst nicht tun können oder wollen. X-Fab hat sich auf Halbleiter für die Autobranche, die Industrie und die Medizintechnik spezialisiert und zählt 330 Kunden.

Das Unternehmen wird zum Ausgabepreis mit 1,05 Milliarden Euro bewertet. Die Erstnotiz an der Pariser Euronext ist für Donnerstag geplant.

Zwei der drei Großaktionäre von X-Fab nutzen den Börsengang dazu, sich ganz oder teilweise zurückzuziehen. Die malaysische Sarawak Technology reduziert ihren Anteil auf bis zu 10 von 35 Prozent und kassiert dafür 174 Millionen Euro, wenn auch die Platzierungsreserve zugeteilt wird. Die japanische TDK-Micronas ist ganz ausgestiegen. Die belgische Beteiligungsgesellschaft Xtrion verkauft dagegen keine Aktien, lässt ihren Anteil aber auf 48 von 61 Prozent verwässern. Auch in den nächsten drei Jahren will Xtrion keine Papiere auf den Markt werfen. Offizieller Sitz von X-Fab ist das belgische Tessenderlo.

X-Fab betreibt sechs Werke in Deutschland, Malaysia, den USA und Frankreich und beschäftigt 3800 Mitarbeiter. 2004 hatte das Unternehmen schon einmal einen Anlauf an die Frankfurter Börse genommen, war aber gescheitert. Nun ist X-Fab der dritte Börsenneuling aus Deutschland in diesem Jahr. Zuvor hatten der Maschinenbauer Aumann rund 250 Millionen Euro und der Industrie-Dienstleister IBU-Tec 20 Millionen Euro erlöst.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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