Das vierte Quartal bedeutet für die Aktionäre Chance und Risiko zugleich
Zapf-Aktionäre hoffen auf Weihnachten

Die spannendsten und hoffnungsvollsten Monate des Jahres stehen Zapf Creation noch bevor: Traditionell fährt der Puppenhersteller mit Sitz im bayerischen Rödental im vierten Quartal 35 bis 40 % seines Jahresumsatzes ein.

DÜSSELDORF. Sowohl für das im MDax geführte Unternehmen als auch für Anleger bedeutet das Chance und Risiko zugleich: Ist die allgemeine Stimmung in der Vorweihnachtszeit gut, klingeln neben den Weihnachtsglocken auch die Kassen des Spielzeugherstellers. Der Umkehrschluss gilt genauso und lässt den Vorstand bis Silvester zittern: Eine schwache Konjunkturentwicklung oder Angst vor zu viel politischem Reformeifer würden für höhere Sparquoten sorgen und Zapfs Weihnachtsfreude schmälern. Der Jahreserfolg steht und fällt mit dem Weihnachtsgeschäft.

Ein Hoffnungsschimmer kommt jedoch von Peter-Thilo Hasler von der Hypo-Vereinsbank: Er weist darauf hin, „dass bei Kindern zuletzt gespart wird“. Die Basis für jeden umgesetzten Cent bildet ein Damentrio: Baby Born, Baby Annabell und Chou Chou heißen die Spielzeugpuppen. Quengeln, glucksen und gähnen gehören zu ihren Vorlieben. Den Weg auf den Wunschzettel findet auch vielfältiges Zubehör: Von Laufstall bis Strampler bescheren dem Unternehmen zahlreiche Accessoires hohe Erlöse.

Außer den Vorlieben der kleinen Kunden spielen auch Währungsschwankungen eine wichtige Rolle. Denn Zapf Creation produziert 5 % seiner Waren in Deutschland und 95 % in Asien. In Deutschland werden edle Designer-Puppen hergestellt – allerdings nur bis Ende des Jahres. Ab 2004 wird die gesamte Produktpalette in Fernost produziert. „Die Einstellung der Produktion ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, bedeutet jedoch einen Image-Verlust“, beurteilt Analyst Hasler die Entscheidung.

Ein günstiges Szenario für den Spielzeughersteller wäre deshalb ein schwacher Dollar im ersten, und ein starker Dollar im zweiten Halbjahr. Denn das Unternehmen kauft einen Großteil der für die Produktion notwendigen Materialien bereits zu Jahresbeginn ein. Bei niedrigen Dollarwerten wären die Einkäufe entsprechend günstig. Das Gros der Verkäufe erfolgt hingegen erst zum Jahresende. Und da ist ein starker Dollar von Vorteil. Denn etwa 45 % der Erlöse werden außerhalb der Euro-Zone erwirtschaftet. „Derzeit vermasselt der schwache Dollar ein wenig das Geschäft“, stellt Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe fest.

Der schwache Dollar, ein schlechtes Börsenumfeld und die Tatsache, dass die Aktie ohnehin als sprunghaft gilt, haben in den vergangenen Tagen auf den Kurs der Zapf-Aktie gedrückt. Bis zu 15 % verlor das Papier an Wert.

Lampe-Analyst Schlienkamp erwartet für 2003 einen Jahresumsatz von 238 Mill. Euro nach 222 Mill. Euro im Vorjahr. Genau wie Hypo-Analyst Hasler, der für das dritte Quartal 85 Mill. Euro und für das vierte 93 Mill. Euro Umsatz veranschlagt. Bislang konnte das Unternehmen in diesem Jahr die Erwartungen nach Analystensicht erfüllen. Zwar stagnierte der Umsatz im 1. Halbjahr 2003 mit 60 Mill. Euro auf Vorjahresniveau, der Gewinn stieg im selben Vergleichszeitraum dafür von 1,9 auf 2,8 Mill. Euro. Aufgrund der noch immer bestehenden Unsicherheiten bei der Konjunkturerholung stuft Schlienkamp die Aktie als „Marktperformer“ mit dem Kursziel 32 Euro ein.

Sein Kollege Hasler traut dem Wert mehr zu: „Outperformer“ heißt es bei ihm, das Kursziel setzt er bei 42 Euro. „Eine sehr gute Marktstellung in einer unspektakulär, aber stetig wachsenden Branche“, bescheinigt Hasler dem 1932 gegründeten Puppenhersteller.

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