Deutsche Bank
Aktien der Deutschen Bank kehren ins Plus zurück

Aus einer schnellen Einigung im Hypothekenstreit ist für die Deutsche Bank nichts geworden. Anleger reagierten zunächst mit Verkäufen. Doch am Nachmittag vollziehen die Aktien der Deutschen Bank eine Kehrtwende.
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FrankfurtDie Enttäuschung über anhaltende Unsicherheiten zur drohenden Mega-Strafe im US-Hypothekenstreit hielt nicht lange an. Nach Verlusten von fast vier Prozent kehrten die Aktien der Deutschen Bank am Nachmittag in die Gewinnzone zurück. Mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 12,36 Euro zählten die Papiere sogar zu den größten Gewinnern am Montag. Ein Grund für die Kehrtwende konnte allerdings nicht ausgemacht werden – daher sind die Kursgewinne mit Vorsicht zu genießen.

Denn nach wie vor ist das Problem bezüglich der drohenden milliardenschweren Strafe nicht gelöst. Bei einem Spitzentreffen des Bankchefs John Cryan mit Vertreten des US-Justizministeriums am Rande der IWF-Herbsttagung in Washington konnte keine Einigung erzielt werden, wie das Handelsblatt berichtet hatte.

„Man hatte die Hoffnung, dass eine schnelle Einigung möglich ist“, sagte ein Börsianer. Analyst Heino Ruland von Ruland Research betonte, generell habe das Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht dazu beigetragen, die Nerven der Deutsche-Bank-Anleger zu beruhigen. So hatte etwa IWF-Chefin Christine Lagarde der Bank eine Reform ihres Geschäftsmodells nahe gelegt.

Die Financial Times berichtete am Montagvormittag, dass die Deutsche Bank beim europaweiten Stresstest bevorzug behandelt worden sei. Der noch nicht endgültig abgewickelte Verkauf der Beteiligung an der chinesischen Bank Hua Xia, sei bei der Kapitalberechnung eingeflossen, obwohl der Stichtag Ende 2015 nicht eingehalten worden sei. Die Berücksichtigung war zwar in einer Fußnote erwähnt worden, doch bei anderen Banken mit nicht komplett abgewickelten Verkäufen, sei es wohl nicht zu einer Berücksichtigung für die Kapitalquoten gekommen, so die britische Wirtschaftszeitung. Die Europäische Zentralbank und die Deutsche Bank lehnten gegenüber der Zeitung einen Kommentar ab.

Im Sog der Aktie Platzhirschen verloren Commerzbank 2,1 Prozent auf 5,57 Euro. Auch zahlreiche andere europäische Geldhäuser wie Barclays, Royal Bank of Scotland, BNP Paribas, ING und UniCredit gaben deutlich nach. Der europäische Bankenindex sackte um 1,2 Prozent ab und war damit der schwächste Branchenindex in Europa.

Die US-Behörden wollen von der Deutschen Bank 14 Milliarden Dollar als Wiedergutmachung für Tricksereien auf dem amerikanischen Immobilienmarkt. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, welche Summe das Geldhaus wirklich zahlen muss. Investoren fürchten aber eine Kapitalerhöhung. Seit die Strafe vor ein paar Wochen aufgerufen wurde, steht die Aktie der Deutschen Bank im Fokus an der Börse. Im September war sie auf ein Rekordtief von 9,90 Euro eingebrochen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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