Emissionsvolumen schrumpft auf rund zwei Milliarden Euro
Postbank speckt Börsengang ab

Beim Börsengang der Postbank wollen die Emissionsbanken kein Risiko eingehen. Angesichts der unsicheren Lage am deutschen Aktienmarkt wird die Platzierung nach Informationen des Handelsblatts aller Voraussicht nach deutlich kleiner ausfallen als erwartet.

mm/rob/scc FRANKFURT/M. Statt eines Emissionsvolumens von bis zu 3 Mrd. Euro könnten am Ende Anteile im Wert von nur rund 1,5 Mrd. bis 2 Mrd. Euro auf den Markt kommen.

Damit wäre die Postbank aber noch immer der größte deutsche Börsengang seit dreieinhalb Jahren. In den vergangenen 24 Monaten gelang keinem einzigen deutschen Unternehmen der Sprung auf das Börsenparkett. Für 2004 erwarteten viele Investmentbanker eine deutliche Erholung. Doch die ersten Kandidaten, die Halbleiterwerte X-Fab und Siltronic, mussten ihre Emissionen im März wieder absagen. Als entscheidender Prüfstein für den Markt gilt jetzt die Postbank.

Den Wert der Post-Tochter bezifferten die Analysten der begleitenden Banken auf 5 Mrd. bis 5,5 Mrd. Euro, hieß es gestern aus Kreisen des Konsortiums. Bislang waren Experten von einem Unternehmenswert von bis zu 6 Mrd. Euro ausgegangen. Auch die Zahl der Aktien könnte im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen geringer ausfallen. Hieß es zunächst, dass rund die Hälfte der Postbank-Anteile auf den Markt kommen könnte, so gehen Investmentbanker inzwischen eher von einem Drittel aus. Die Postbank wollte gestern zu den Informationen keine Stellung nehmen.

Um den Erfolg der Emission sicherzustellen, hat die Deutsche Post ein breites Bankenkonsortium aufgestellt. Wie bereits bekannt, übernehmen Morgan Stanley und die Deutsche Bank die Koordination des Börsengangs. Die Postbank selbst wird eine führende Rolle bei der Vermarktung an Privatanleger spielen. Eine Stufe darunter folgen nach Informationen aus Finanzkreisen Citigroup, UBS, Dresdner Bank und JP Morgan Chase. Daneben gehören unter anderem Commerzbank, DZ Bank, Goldman Sachs, Sal. Oppenheim, WestLB, Bayerische Landesbank und die Landesbank Baden-Württemberg zum Konsortium.

Bereits in der Woche vor Pfingsten wollen die Banken mit der so genannten Vorvermarktung beginnen. In dieser Phase loten die Geldhäuser das Interesse und die Preisvorstellungen der Großinvestoren aus. Am 7. Juni soll dann die Zeichnungsfrist beginnen; die Erstnotiz der Postbank-Aktie ist für den 21. Juni geplant. Am Donnerstag will Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann weitere Einzelheiten zum Börsengang nennen.

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