Entscheidung am Mittwoch
Standard Life wird bescheidener

Die Turbulenzen an den internationalen Aktienbörsen gehen auch am größten britischen Börsengang seit fünf Jahren nicht spurlos vorüber.

HB LONDON. Nach der scharfen Kurskorrektur der vergangenen Wochen werde der schottische Lebensversicherer Standard Life die ursprünglich ins Auge gefasste Bewertung wohl nicht realisieren können, hieß es in Finanzkreisen.

Bislang ist Standard Life als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit organisiert. Doch Ende Mai hat sich die große Mehrheit der Mitglieder für einen Börsengang ausgesprochen, der für Mitte Juli geplant ist. Am kommenden Donnerstag soll der Prospekt für die Platzierung veröffentlicht werden.

Um eine Grundlage für die Abstimmung der Mitglieder zu schaffen, hatten die Banken UBS und Merrill Lynch den Wert des Versicherers geschätzt und waren auf 240 bis 290 Pence je Aktie gekommen, was einer Marktkapitalisierung von 4,8 bis 5,5 Mrd. Pfund entspricht (sieben bis acht Mrd. Euro). Die Mitglieder hätten auf dieser Basis aus der Umwandlung ihrer Anteile in Aktien im Schnitt einen Gewinn von jeweils 1 700 Pfund erzielt. Das war allerdings bevor die Kurse an den Weltbörsen ins Trudeln gerieten. Konkurrenten wie Aviva, Prudential und Legal & General verloren seither über zehn Prozent an Wert. Auf solche Abschläge müsse sich wohl auch Standard Life einstellen, hieß es in den Kreisen. Bislang gebe es keine Anzeichen für eine Verschiebung des Börsengangs. Am Mittwoch wird das Management über die endgültige Preisspanne entscheiden.

Noch ist unklar, wie viele Aktien des Versicherers an den Markt kommen werden. Banker gehen aber weiterhin von einem Emissionsvolumen von über zwei Mrd. Pfund aus.

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