Ernennung von Robert Iger treibt Aktienkurs des Medienkonzerns nach oben
Analysten glauben an neuen Disney-Chef

Die Analysten erwarten Großes von Robert Iger, dem neuen Chef von Walt Disney. Iger, bisher der zweite Mann des Donald-Duck-Imperiums, wird zum 1. Oktober die Nachfolge von Geschäftsführer Michael Eisner übernehmen. Bis dahin sollen Eisner und Iger gemeinsam den Konzern leiten.

HOUSTON. Dass der US-Medienkonzern den wichtigsten Posten im Unternehmen an einen Insider vergibt, gilt unter Experten als Vorteil: „Alle kennen ihn, und er muss sich nicht verstellen“, sagte Analyst Harold Vogel von Vogel Capital Management der Presseagentur AP. „Er ist allgemein beliebt bei den Angestellten, und deshalb werden die Leute auf ihn anders reagieren“ als auf den oft launenhaften und tyrannischen Eisner.

Allerdings dürfe Iger auch keine Schonfrist erwarten, die einem Kandidaten von außerhalb möglicherweise zugestanden worden wäre, sagen die Experten. „Herr Iger wird dem Konzern nicht das frische Blut bringen, auf das so mancher gehofft hat – aber es ist gut möglich, dass er letztlich der beste Kandidat für den Job ist“, sagt Analyst Douglas Shapiro von der Bank of America.

Der Markt belohnte die Ernennung Igers in der vergangenen Woche mit einem steigenden Aktienkurs. Inzwischen liegt der Preis für ein Disney-Papier bei gut 28 Dollar, mehr als 30 Prozent über dem Tiefstand vom vergangenen August und nur noch wenige Prozent unter der Zwölfmonatsbestmarke. „Disney hat die finanzielle Wende geschafft und den Gewinn pro Aktie auf Rekordhöhe zurückgebracht“, lobt Vijay Jayant von Lehman Brothers. Er schätzt, dass die Aktie bis Ende des Jahres etwa 32 Dollar kosten wird.

Ein wichtiger Faktor für den weiteren Unternehmenserfolg ist die Frage, ob es Iger gelingen wird, die Zusammenarbeit mit dem Animationsstudio Pixar zu verlängern. Unter seinem Vorgänger Eisner waren die Vertragsverhandlungen in eine Sackgasse geraten. Dabei kann es sich Disney kaum leisten, Pixar zu vergraulen: Die bisherigen Pixar-Produktionen wie „Findet Nemo“, „Die Monster AG“ und „Toy Story“ waren ausnahmslos riesige Kassenschlager, die weltweit in den Kinos insgesamt rund drei Mrd. Dollar einspielten. Auch der jüngste Film „Die Unglaublichen – The Incredibles“ verkaufte gleich am ersten Tag nach dem DVD-Start in den USA fünf Millionen Exemplare. Dagegen brachten die ehemals führenden Zeichentrickkünstler aus dem Hause Disney in den vergangenen Jahren eine Reihe von Flops hervor.

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