Erst Alstria, dann Versatel
Börsengänge locken Anleger

Erst Alstria, dann Versatel: Zwei große Emissionen sollen das Eis für weitere IPOs brechen.

FRANKFURT. Nach mehreren kleinen Börsengängen (IPO) kommt nun auch das Geschäft mit den großen IPOs in Fahrt. Banker hatten bereits zu Jahresbeginn davon gesprochen, dass rund ein Dutzend Emissionen in der Größenordnung ab 500 Mill. Euro aufwärts in diesem Jahr anstehen dürften – immer vorausgesetzt, das Börsenklima bleibt freundlich. Das scheint nach den Kursturbulenzen in der ersten Märzhälfte nun wieder der Fall zu sein.

Mit dem Büroimmobilien-Spezialisten Alstria und dem Telekom-Unternehmen Versatel stehen nun die ersten beiden großen Börsengänge in diesem Jahr in Deutschland an. „Einer der Hauptgründe für das hohe Interesse an Börsenkandidaten ist die enorme Liquidität am Markt“, sagt Klaus Hessberger, Leiter des Aktienemissonsgeschäfts im deutschsprachigen Raum bei JP Morgan. Die Bank ist sowohl bei Alstria als auch bei Versatel Konsortialführer. Vor allem aus Großbritannien sei das Interesse groß. 40 bis 50 Prozent einer Emission gehen derzeit an britische Investoren , 20 bis 30 Prozent in die USA. Nur der Rest bleibt in Deutschland.

Diese Aufteilung dürfte auch beim Börsendebüt von Alstria am 3. April zu beobachten sein. Dem Büro-Immobilien-Spezialisten kommt die Rolle des Eisbrechers für weitere große Börsengänge zu; rund 480 Mill. Euro ist die Emission der Berliner schwer. Jeweils die Hälfte davon dürfte im Rahmen einer Kapitalerhöhung dem Unternehmen zufließen, die zweite Hälfte geht an die Altaktionäre, so der derzeitige Stand der Planungen laut Investorenkreisen. Über mangelndes Anlegerinteresse kann sich Alstria nicht beklagen. „Emissionen dieser Größenordnung sind für jeden Investor ein Muss“, sagt Klaus Hessberger.

Deswegen sind die Voraussetzungen für den etwa doppelt so großen Börsengang von Versatel, der im Anschluss am Alstria nach Ostern stattfinden soll, ebenfalls gut. Möglicher Knackpunkt ist hierbei nicht die Größe der Emission von rund einer Milliarde Euro, sondern die Tatsache, dass die Düsseldorfer aus der bei Börsianern nicht gerade hoch angesehenen Telekombranche kommen. Kein anderer Bereich hat in den letzten Jahren so sehr enttäuscht wie dieser. Die Kurse der Branchengrößen wie Deutsche Telekom, France Telecom oder Telecom Italia blieben zum Teil deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurück. Die letzten Börsengänge von Telekom-unternehmen waren um die Jahrtausendwende, als Versatels Wettbewerber United Internet und QSC an Börse gingen.

Davon lässt sich der Breitbanddienstleister für schnelle DSL-Internet- und Festnetzzugänge nicht abschrecken. „Im Moment ist genau die richtige Phase für den Börsengang“, sagt Versatel-Vorstandschef Peer Knauer. Sowohl das interne als auch das externe Wachstum seien dafür verantwortlich. So soll intern die Zahl der Haushalte mit Versatel-Anschlüssen in diesem Jahr von acht auf 10,4 Mill. wachsen. Dafür muss zum einen das Netz ausgebaut werden, um die Kunden auch zu erreichen. Zum anderen soll die Zahl der eigenen Shops von derzeit 90 auf über 150 erhöht werden. Extern soll die Zahl der kleinen City- und Regio-Anbieter, die unter dem eigenen Dach verbunden sind, von derzeit rund 20 weiter ausgebaut werden.

Der größere Teil des Emissionserlöses soll über eine Kapitalerhöhung dem Unternehmen selbst zufließen. Der kleinere Teil geht an von Apax Partners beratene Beteiligungsfonds. Analystenstudien zufolge ist Versatel an der Börse knapp zwei Milliarden Euro wert. Im vergangenen Jahr hatte Versatel einen Umsatz von 666,2 Mill. Euro und dabei einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 211,8 Mill. Euro erzielt.

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