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Dax-Ausblick: Rally vorerst zu Ende

Der Deutsche Aktienindex (Dax) wird nach Einschätzung von Aktienstrategen auch in der kommenden Woche nachgeben und damit nach seiner jüngsten Kursrally weiter pausieren. Auch zahlreiche Geschäftsdaten von Branchengrößen dürften dem Leitindex keinen Auftrieb geben.

HB FRANKFURT. "Der Dax hat an Schwung verloren", sagt Steffen Neumann von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) mit Blick auf die jüngsten Kursverluste des Leitindex. Er bezeichnet diese Entwicklung aber ebenso wie sein Kollege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt als "gesunde Konsolidierung". Größere Kursverluste erwarteten sie nicht. "Der Markt ist nach unten abgesichert", betont Borghoff. "Unter die Marke von 4700 Punkten sollte der Dax nicht fallen."

Der deutsche Leitindex hat am Dienstag mit dem Erreichen eines Dreijahreshoch bei 4934,94 Punkten seine wochenlange Kursrally zunächst beendet. Seitdem hat der Standardwerteindex rund 1,5 Prozent eingebüßt. Mit einem Stand von rund 4860 Zählern am Freitag Nachmittag verlor der Dax im Wochenverlauf rund ein halbes Prozent.

Ein Grund für die derzeitigen Dax-Verluste ist nach Ansicht von Börsianern die zunehmende Ernüchterung im Zusammenhang mit den vorgezogenen Neuwahlen. Die jüngsten Umfragen deuteten auf eine Große Koalition hin, wodurch sich die Chancen auf tief greifende Reformen zur Ankurbelung der Konjunktur verringerten. Seit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Ende Mai Neuwahlen angekündigt hatte, hat der Dax im europäischen Vergleich überdurchschnittlich stark zugelegt.

Analysten: Markt ist überhitzt

Die Stimmung war in den vergangenen Wochen am deutschen Aktienmarkt nahezu enthusiastisch. Der Dax eilte von einem Rekord zum nächsten. "Offensive play" war angesagt und jeder Anleger, der seine Millionen nicht in Aktien investiert hatte, spielte einfach nicht in der ersten Liga. In der vergangenen Woche ist nun etwas Ernüchterung eingekehrt. Der Markt ist völlig überhitzt, heißt es von den meisten Analysten.

Technische Analysten zeigen sich indes noch nicht alarmiert. Die Überhitzung im führenden deutschen Aktienindex hat sich bislang nur in Maßen entladen. Die obere Begrenzung der Wimpelformation bei rund 4850 Punkten wurde noch nicht nachhaltig nach unten durchbrochen. Auch die "Anschlussmarke" bei 4820 Stellen hielt. Das "Dax- Abwehrbollwerk" wartet beim 38,2-prozentigen Retracement des tertiärzyklischen Aufwärtstrends bei 4750 Punkten, sind sich Techniker sicher. Ein Rutschen unter diese Marke könnte zunächst den Schritt über 5000 Punkte blockieren.

Insgesamt stellt sich der Markt nach Einschätzung vieler Aktienstrategen noch robust dar. "Billiger geht´s nicht", erklären Analysten und Fondsmanager fast einhellig zur Bewertung der Aktien in Deutschland auch noch, nachdem nun schon zwei Drittel der Dax-Unternehmen ihre Ergebnisse vorgelegt haben. Immerhin zehn der Gesellschaften konnten positiv überraschen.

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