Expansionsstrategie des US-Software-Herstellers birgt Risiken
Experten beobachten Oracle mit Argwohn

Die Quartalszahlen, die der weltweit zweitgrößte Software-Hersteller Oracle Ende vergangener Woche vorgelegt hat, waren für viele Anleger ein Schock. Über sieben Prozent brach die Aktie ein. Vor allem die Übernahme der Konkurrenten Peoplesoft zu Jahresbeginn hatte auf das Nettoergebnis gedrückt.

HOUSTON. Nachdem der US-Softwareriese vor kurzem angekündigt hat, Konkurrent Siebel Systems für knapp sechs Mrd. Dollar zu übernehmen, um damit seine Lage gegenüber dem Erzrivalen SAP zu verbessern, schrillen nun bei vielen Anleger die Alarmglocken. Die Siebel-Übernahme könne den Kurs in Zukunft weiter belasten, so die bei Anlegern vorherrschende Meinung. Analysten zeigen sich hingegen kaum besorgt.

Der Kauf war dennoch richtig, sagen viele. Von den insgesamt 38 Analysten, die die Aktie laut dem Informationsdienst Bloomberg regelmäßig beobachten, empfehlen sie weiterhin 29 zum Kauf. Sieben raten zum Halten, nur zwei zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel für die Oracle-Aktie, die zuletzt auf 12,40 Dollar zurückgefallen ist, liegt bei 15,94 Dollar. Vom aktuellen Niveau aus wäre somit ein Kursplus von fast 30 Prozent möglich.

„Im Rennen gegen Microsoft und IBM war Oracle zurückgefallen und musste deshalb ein paar große, schlagzeilenträchtige Firmen einkaufen und ihre Technologien übernehmen“, begründet Richard Williams von Garban Institutional Equities. „Sie hatten kaum eine Wahl, wenn sie nicht eine Halbierung ihres Aktienkurses in Kauf nehmen wollten.“ Mark Murphy von First Albany Capital nennt die Übernahme „einen logischen Schritt zum vernünftigen Preis“.

Mit weiteren Käufen sollte Oracle nach dem Siebel-Deal in Zukunft allerdings vorsichtig sein, warnen die Experten. Seit Jahresbeginn haben die Kalifornier bereits fünf Übernahmen angekündigt oder abgeschlossen und dafür insgesamt fast 18 Mrd. Dollar ausgegeben. Prominentester Neuzugang war Peoplesoft, das wie Siebel Systems von einem ehemaligen Oracle-Manager geführt wurde. An der Peoplesoft-Übernahme werde die Oracle-Aktie allerdings weiter zu knabbern haben, weil die Anleger sich auch in Zukunft Sorgen um Eingliederungsprobleme machen werden, sagt Rick Sherlund von Goldman Sachs.

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