Experten rechnen mit überdurchschnittlichen Gewinnzuwächsen
Teures Öl treibt Energie-Aktien an

Ölaktien sind an der Börse begehrt. Seit Jahresbeginn haben die Kurse kontinuierlich zugelegt. Dabei hat sich das Anstiegstempo seit der zweiten Maihälfte noch einmal verschärft. Den nötigen Treibstoff erhalten die Aktien der Ölgesellschaften durch die deutlich gestiegenen Rohölpreise.

HB DÜSSELDORF. Denn bei den Unternehmen schlägt sich die Verteuerung in höheren Ergebnissen nieder. Experten revidieren daher ihre Prognosen nach oben.

Bei den Rohölpreisen zeichnet sich bislang auch noch keine nachhaltige Entspannung ab. Auch hier heben immer mehr Analysten ihre Prognosen an. Zuletzt hatte Lehman Brothers prognostiziert, dass der Brentölpreis sogar für den Rest des Jahrzehnts bei durchschnittlich 50 Dollar liegen wird. Am Dienstag kostete das europäische Brentöl knapp über 58 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit liegt der Preis nur wenig unter dem Rekordstand. Nach den ersten Terroranschlägen in London war Brentöl kurz bis auf 59,50 Dollar gestiegen. Getrieben wird der Preis vor allem durch das begrenzte Angebot verarbeiteter Ölprodukte wegen fehlender Raffineriekapazitäten, aber auch durch die begrenzten Förderkapazitäten der Opec, der Organisation Erdöl exportierender Länder.

Dank des hohen Ölpreises werden nach einer Schätzung von Merrill Lynch die weltweit 70 größten Ölgesellschaften in diesem Jahr zusammen Rekordeinnahmen von 230 Mrd. Dollar erzielen. Das wären 26 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Prognose der US-Investmentbank liegt damit knapp unter dem Durchschnitt der Erwartungen, der laut ABN Amro bei 27 Prozent liegt. ABN Amro rechnet im Ölsektor mit einem Ergebniszuwachs von 33 Prozent.

Wie stark die Unternehmen tatsächlich von dem teuren Öl profitieren, wird sich in den nächsten zehn Tagen zeigen. Am Dienstag hat BP (s. Seite 12) zusammen mit Norsk Hydro die Berichtssaison im Ölsektor eröffnet und die Markterwartungen übertroffen. Am Donnerstag werden Shell, Repsol und Exxon ihre Ergebnisse vorlegen, am Freitag Chevron und Eni, und am 4. August bildet Total den Abschluss.

Lars Kreckel, Aktienstratege für Europa bei ABN Amro in London, ist zuversichtlich, dass die Ölgesellschaften für weitere positive Überraschungen gut sind. „Die Erwartungen des Marktes sind noch etwas zu niedrig“, glaubt er mit Blick auf die Gewinne des Ölsektors. Der positive Trend bei den Umsatz- und Gewinnschätzungen, die in den zurückliegenden Monaten nach oben revidiert wurden, sei noch nicht zu Ende. Und dies treibe in der Regel auch die Entwicklung am Aktienmarkt. „Der Sektor ist von den Erwartungen her noch unterbewertet“, betont Kreckel, und im Verhältnis zum Gesamtmarkt seien die Ölaktien recht günstig bewertet. ABN Amro rät daher dazu, Papiere des Öl- und Gassektors überzugewichten, ohne einzelne Aktien besonders hervorzuheben.

Seite 1:

Teures Öl treibt Energie-Aktien an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%