Führende Investmentbanker bewerten Bonner Institut deutlich höher als Analysten
Luft für Postbank-Börsengang wird dünner

Die angespannte Lage an den Börsen erschwert die Mammut-Emission der Postbank. Während sich aus den druckfrischen Studien der Analysten zum Börsengang ein Wert des gesamten Bonner Instituts von 6 bis 6,5 Mrd. € errechnen lässt, zeigen sich mehrere Führungskräfte der Konsortialbanken skeptischer.

FRANKFURT/M. „Ein Wert von deutlich über 5 Mrd. € würde mich überraschen“, betont ein Investmentbanker. Im schlimmsten Fall könne es bei einem weiteren Einbruch des Deutschen Aktienindexes (Dax) sogar zu einer Verschiebung in den Herbst kommen. Allerdings müsse der Dax dann schon in die Region von 3 300 Punkte fallen. Derzeit liegt das Stimmungsbarometer jedoch bei knapp 3 900 Zählern.

Gegen eine Verschiebung spricht die jüngste Äußerung von Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann. Er bekräftigte Ende vergangener Woche gegenüber der Börsen-Zeitung, dass er am Emissionstermin 21. Juni festhalten wird. Das gelte auch bei einem schlechten Marktumfeld. Es erscheine ihm nicht angemessen, den Börsengang von einem bestimmten Stand im Dax abhängig zu machen. Die Aktienplatzierung erfolgt unter der Führung von Deutscher Bank und Morgan Stanley.

Allerdings werden nach Ansicht von Investmentbankern die Irritationen, die durch die gescheiterte Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank aufgekommen seien, den Emissionskurs drücken. Spekulationen zufolge war die Deutsche Bank lediglich bereit, weniger als 6 Mrd. € als Kaufpreis an die Mutter Deutsche Post zu überweisen.

Außerdem ist das Umfeld für Neuemissionen zurzeit sehr schwierig. So hat der norwegische Gelbe-Seiten-Verlag Findexa das Volumen seines Börsengangs um 65 % auf rund 1,1 Mrd. norwegische Kronen verringert. Ursprünglich wollte das Unternehmen 2,45 Mrd. norwegische Kronen erlösen.

Auch die erste große Emission in Deutschland seit rund drei Jahren, Wincor Nixdorf, lief nur schleppend und wurde mit 41 € am unteren Rand der Preisspanne verkauft. Wie aus Bankenkreisen zu hören war, hätten Fonds als Käufer momentan eine sehr starke Stellung und drückten die Kurse. Der Hintergrund: Die Fondszuflüsse sind derzeit sehr niedrig. Deswegen fehlt den Gesellschaften die nötige Liquidität für Neuengagements. Es müssen andere Aktien verkauft werden, um Mittel freizusetzen.

Seite 1:

Luft für Postbank-Börsengang wird dünner

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%