Globale Daten nach Ende der Berichtssaison im Fokus
Dax-Ausblick: Hoffnung auf Jahresendrally

Nach zwei anstrengenden, mit Quartalsberichten wichtiger Unternehmen voll gepackten Wochen können die Börsianer in den kommenden Tagen wieder durchatmen. An Gesprächsstoff dürfte auf dem Parkett dennoch kein Mangel herrschen.

HB FRANKFURT. Nach dem Höhepunkt der Herbst-Berichtssaison beschäftigen sich die Marktteilnehmer nun traditionell mit der Frage nach der erhofften Jahresendrally. Marktanalyst Heino Ruland vom Frankfurter Brokerhaus Steubing setzt zum Jahresende klar auf steigende Kurse: "Ich erwarte positive Impulse von den Quartalsergebnissen. Die waren unter dem Strich gut. Die Chancen für eine Jahresendrally steigen dadurch."

Sein Kollege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg geht sogar noch weiter: "Wir sind bereits mittendrin in der Jahresendrally. Bis zum Jahresende halte ich einen Dax-Stand von 5300 Punkten für möglich." Positiv an der bisherigen Berichtssaison seien besonders die guten Ausblicke der Firmen gewesen: "Knapp die Hälfte der Unternehmen hat die Prognose angehoben. Das war schon sehr ungewöhnlich." Der Trend zu steigenden Gewinnen und damit Kursen dürfte damit anhalten.

"Überrascht wäre man nicht, wenn kommende Woche neue Jahreshochs erreicht werden.“ Das ist im Handel des Öfteren zu hören. Denn wenn sich die Märkte im Anschluss an die Veröffentlichung der Quartalszahlen beruhigen, richtet sich traditionell der Blick auf Ölpreis und Euro. Der unter 60 US-Dollar pendelnde Rohöl-Preis sorgt für Entspannung. Und das Zwei-Jahres-Hoch der US-Währung belebt die Exportwirtschaft. Mit diesem fundamentalen Rückenwind könnte der Dax bis Jahresende sogar die 5700er-Marke testen, wagen ganz optimistische Analysten zu prognostizieren.

Skeptiker warnen

Andere warnen vor zu viel Optimismus. Die Entwicklung des jüngsten Aufwärtstrends an den Aktienmärkten werde in der kommenden Woche „vorrangig von der weiteren Entwicklung der Inflationssorgen und der Energiepreise abhängen“, sagen die Aktienstrategen der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Eine „weitere Beruhigung an der Inflationsfront (mit sinkenden Bondrenditen)“ und eine anhaltende Abschwächung des Ölpreises (in Richtung 50 US-Dollar pro Barrel) ist nach Ansicht der LRP-Experten Vorraussetzung für weiter steigende Kurse.

Wieder andere Marktteilnehmer sind skeptischer und prognostizieren ganz im Gegensatz zum langjährigen Durchschnitt in den letzten Wochen des Jahres fallende Kurse. "Die Konsolidierung ist längst überfällig", sagt ein Frankfurter Händler. Viel hänge von den am Wochenende erwarteten Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen in Berlin ab.

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