Handelsblatt-Insider-Barometer
Top-Manager bleiben optimistisch

Deutschlands Top-Manager gehen bei ihren Aktiengeschäften getrennte Wege: Während die Vorstände und Aufsichtsräte von Unternehmen aus traditionellen Branchen wie Bau, Maschinenbau und Finanzdienstleistung weiter Papiere ihres Unternehmens kaufen, halten viele Manager von Technologieunternehmen das Potenzial nach hohen Kursgewinnen offenbar für ausgereizt.

FRANKFURT. Das zeigt das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) gemeinsam mit Commerzbank Private Banking alle zwei Wochen berechnet. Nachdem das Insider-Barometer Anfang Oktober kurz vor dem Allzeithoch von 184 Punkten stand, ist es zuletzt leicht auf 178 Punkte gesunken.

Das Rekordhoch rührt vom Ausbruch des Irak-Kriegs im Frühjahr 2003, als die Aktienmärkte ihr Rekordtief markiert hatten. Die generelle Aussage für die Börsenentwicklung bis zum Jahreswechsel ist damit eindeutig: „Die Insider signalisieren mit ihren Aktiengeschäften, dass sie weiter von steigenden Kursen ausgehen“, sagt Olaf Stotz von der Fifam.

Dennoch ist die Tendenz nicht mehr so eindeutig wie im September, als die Manager so gut wie keine Aktien ihres Unternehmens verkauften. Inzwischen gibt es wieder deutlich mehr Insiderverkäufe, wobei deren Volumina sogar die der Käufe übersteigen, berichtet Stotz. Damit einzelne Orders das Insider-Barometer nicht kurzzeitig nach oben wie nach unten verzerren, haben die Initiatoren eine Kappungsgrenze eingeführt. Bei Käufen liegt sie bei einer Million Euro, bei Verkäufen bei fünf Millionen Euro, bis zu der eine Einzelorder maximal in die Berechnung einbezogen wird.

Auffallend ist derzeit, dass insbesondere die Manager von Werten aus dem zuletzt stark gestiegenen TecDax Gewinne mitnehmen. Über 50 Prozent ist der deutsche Technologieindex in den letzten zwölf Monaten gestiegen und damit weit stärker als Dax & Co.

Bei Ersol Solar, United Internet und dem österreichischen Handy-Zulieferer AT&S gab es zuletzt auffällig hohe Aktienverkäufe von Managern, die auf ein Ende des Aufwärtstrends bei diesen zuletzt so überzeugenden Werten schließen lassen.

Beispiel Ersol: In den letzten vier Wochen hat der Kurs des Solarzellen-Herstellers um 25 Prozent zugelegt. Seither hat Vorstandschef Claus Beneking Aktien für fast 2,7 Mill. Euro verkauft.

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