Hochtief Concessions
Hochtief schließt Börsengang-Absage nicht aus

Die Dubai-Krise stellt die Börsenpläne des Baukonzerns Hochtief für seine Infrastruktur-Tochter auf die Probe. Von Zahlungsausfällen in Dubai sei man zwar kaum betroffen, erklärt das Unternehmen. Aber sollte der Markt insgesamt abstürzen, könnte die für Freitag geplante Erstnotiz von Hochtief Concessions noch abgesagt werden.
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HB FRANKFURT. Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter hat in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" signalisiert , dass er die für Freitag geplante Erstnotiz von Hochtief Concessions trotz bislang starker Nachfrage von Investoren auf Eis legen würde, sollten die Kapitalmärkte infolge der Geldnöte des Emirats abstürzen. "Wir werden nicht zu jedem Preis verkaufen und müssen es auch nicht", sagte er auf die Frage, ob das Vorhaben bei Kurseinbrüchen in den kommenden Tagen verschoben werde.

Mit dem Verlauf der bisherigen Vermarktungsphase zeigte sich der Manager "sehr zufrieden". "Überrascht hat uns das starke Interesse von Privatanlegern, obwohl wir keine große Anzeigenkampagne gemacht haben", sagte er. Die Concessions-Aktie wird in einer Preisspanne von 24 bis 29 Euro angeboten.

Mit einem Emissionsvolumen von bis zu knapp über eine Milliarde Euro wäre dies der größte Börsengang in Deutschland seit dem der Hamburger Hafengesellschaft HHLA vor zwei Jahren, der fast 1,2 Mrd. Euro eingebracht hatte. In der Finanzkrise waren die Neuemissionen dann fast völlig versiegt.

Die Kurserholung der letzten Monate hatte die Hoffnung geweckt, dass das verbesserte Klima Börsenaspiranten wieder Mut macht. Ungewiss ist derzeit aber, ob die in der vergangenen Woche bekanntgewordenen Finanzprobleme von Dubai für einen nachhaltigen Rückschlag an den Märkten sorgen werden. Die Angst der Investoren vor Nachteilen durch die Krise des Emirats hatte in den vergangenen Tagen auch die Hochtief-Aktie gedrückt. Die australische Konzerntochter Leighton ist in Dubai engagiert. Lütkestratkötter zufolge hat Leighton dort Projekte, bei denen Forderungen von etwa zehn Mio. Euro bestehen. "Zahlungsausfälle würden uns also kaum treffen", sagte der Hochtief-Chef.

Nach bisheriger Planung sollen Concessions 600 Mio. Euro zufließen und dem Mutterkonzern zwischen 280 und 400 Mio. Euro. Ob die Hochtief-Aktionäre daraus eine Sonderausschüttung bekommen, werden die zuständigen Gremien im kommenden Jahr entscheiden, wie Lütkestratkötter sagte. "Wir wollen das Geld aber auch in das Wachstum von Hochtief investieren", machte er deutlich.

Den Concessions-Aktionären stellte der Hochtief-Chef in Aussicht, 50 bis 70 Prozent des der Tochter verbleibenden Gewinns als Dividende auszuzahlen. "Hochtief Concessions erwartet 2009 - bereinigt um Sondereffekte - keine wesentlichen Ergebnisschwankungen gegenüber 2008", sagte er.

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