Hoffnung auf rasche Verabschiedung der Steuerreform und hohe Ölpreise sorgen für gutes Klima
Mexikos Börse jagt von Hoch zu Hoch

Nach einer längeren Verschnaufpause hat die mexikanische Börse im September wieder auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Am Freitag durchbrach der IPC-Index der Bolsa de Valores (BMV) erstmals in seiner Geschichte die 11 000-Punkte-Marke und schloss bei 11 078 Punkten. Es war bereits das 36. Allzeithoch des Jahres.

MEXIKO-STADT. Mexikos Börse, eine der rentabelsten weltweit, hat damit im Verlaufe des Jahres bereits fast 25 Prozent zugelegt. Noch besser sieht das Ergebnis im 52-Wochen-Vergleich aus. In diesem Zeitraum verzeichnet der Index sogar ein Plus von über 60 Prozent.

Auffällig ist, dass sich der IPC mit seiner guten Performance deutlich vom Dow-Jones-Index unterscheidet, an den das mexikanische Börsenbarometer gewöhnlich wegen der engen Verzahnung der US- und der mexikanischen Wirtschaft gekoppelt ist. Experten erklären die Hausse vor allem mit internen Faktoren: „Die Reaktivierung der Wirtschaft und die Erwartung guter Ergebnisse der Blue-Chip-Unternehmen im dritten Quartal geben die Impulse“, sagt Esteban Rojas vom Börsenhaus Arka. Erstmals seit drei Jahren soll die Wirtschaft des Schwellenlandes wieder entscheidend wachsen. Die mexikanische Zentralbank sagt einen Konjunkturaufschwung zwischen 3,5 und vier Prozent voraus.

Alejandro Garza von NSC Asesores verweist auf die niedrigen Zinsen, sieht aber auch psychologische Faktoren einfließen: „Vor allem schürt die Hoffnung auf die Verabschiedung der Steuerreform das Feuer“, sagt Garza. Zudem sorgten die hohen Ölpreise und die damit verbundenen sprudelnden Staatseinnahmen für ein generell gutes Klima, glaubt Carlos Ponce, Chefanalyst bei Ixe Casa de Bolsa.

Kurzfristig sehen die Analysten wenig Luft nach oben und rechnen mit Gewinnmitnahmen. „Wir werden jetzt eine Seitwärtsbewegung und eine Abkühlung sehen“, glaubt Rojas. Entscheidend werde sein, wie nachhaltig der IPC die 11 000-Punkte-Hürde nehmen kann. Mittelfristig hängt die Richtung des Börsenbarometers von der Entwicklung der US-Wirtschaft und der Frage ab, ob sich die beiden Kammern des mexikanischen Parlaments auf eine umfassende Steuerreform einigen können, die die Unternehmen entlastet. In den vier Jahren seiner Amtszeit ist es der bürgerlichen Regierung von Präsident Vicente Fox allerdings nicht gelungen, ihre Reformprojekte gegen ein oppositionelles Parlament durchzusetzen.

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