Hoher Abschlag
Commerzbank-Aktie fällt unter zehn Euro

Die Commerzbank wird ihre Kapitalerhöhung noch in dieser Woche durchziehen. Das ist an sich noch keine Überraschung - der hohe Abschlag auf neue Papiere schon eher. Die Aktie gibt erneut kräftig nach.
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Frankfurt, DüsseldorfDie unmittelbar bevorstehende Kapitalerhöhung wirft ihre Schatten voraus: Die Aktie Commerzbank ist am Montag um fast fünf Prozent auf 9,94 Euro gefallen. Nach Informationen des Handelsblatts will die Bank ihre Kapitalerhöhung im Volumen von 2,5 Milliarden Euro am Dienstag oder Mittwoch durchführen. Die Aktionäre haben dann rund zwei Wochen Zeit, neue Papiere zu zeichnen.

Die Commerzbank hatte die Kapitalerhöhung bereits vor Wochen angekündigt. Allerdings stand weder der genaue Tag fest noch der Preis für die neuen Aktien. Nach Informationen aus Finanzkreisen wird die Commerzbank die neuen Aktien wohl mit einem Preisabschlag von mindestens 35 Prozent anbieten. Damit dürften sie - um den Wert des Bezugsrechts bereinigt - etwa 5,50 Euro kosten. Die Commerzbank wollte sich am Montag nicht äußern.

„Eine große Überraschung ist das nicht. Möglicherweise wird dem einen oder anderen jetzt endgültig klar, dass eine große Verwässerung der Anteile droht“, sagte Philipp Häßler, Analyst von Equinet. Er rechnet damit, dass der Kurs der Aktie weiter fällt. Sein Kursziel: acht Euro. Häßler geht davon aus, dass sich Hedge Fonds vor der Kapitalerhöhung entsprechend positionieren. Nach Schätzungen liegen rund die Hälfte der Aktien derzeit bei jenen spekulativen Anlegern. Das Papier sei „zum Tummelplatz für Hedge-Fonds geworden“, heißt es in Finanzkreisen.

Die Commerzbank-Aktionäre erhalten bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht für die neuen, billigeren Anteilsscheine. Dieses kann auch separat an der Börse gehandelt werden - als eine Art Rabattgutschein. Mit dem Start der Zeichnungsfrist werden die Aktien dann ohne Bezugsrecht gehandelt und dürften sich damit zunächst bei etwas mehr als acht Euro einpendeln.


Mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung will die Commerzbank den Staat loswerden - und die restlichen Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin und der Allianz tilgen. Zu Beginn der Zeichnungsfrist wirft der Soffin Aktien ohne Bezugsrecht für 625 Millionen Euro auf den Markt, um seine Beteiligung an der Commerzbank zu reduzieren.

Investoren hatten kritisiert, dass die Bank ihre Aktionäre schon zu einer Zeit um frisches Kapital bitte, zu dem sie noch keine Erfolge beim Konzernumbau vorweisen könne. Im ersten Quartal schrieb das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut einen Verlust von 94 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte die Bank noch 355 Millionen Euro verdient.

Die Commerzbank hofft seit langem um eine Trendwende. Im Privatkundengeschäft gab es immerhin einen kleinen Lichtblick. Zwar halbierte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, allerdings war das Ergebnis besser als in den drei Quartalen zuvor. Vorstandschef Martin Blessing wertete das als ersten Beleg für die Wirksamkeit der neuen Strategie, die besonders im Privatkundengeschäft ansetzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

Kommentare zu " Hoher Abschlag: Commerzbank-Aktie fällt unter zehn Euro"

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  • Die beiden an der Spitze sind einfach Versager, sie sind eine Schande für den DAX!!!

    SOFFIN sein DANK das die beiden noch nicht weg sind - im Herbst bedanke ich mich Herzlich, mit meinen stimmen Herr Minister!!!!



  • Untreue?
    Der extreme Verfall des Börsenwertes der Commerzbank-AG auf 1/60 ihres Börsenwertes (04.2007=30€ und 05.2013=0,45€), ist von H. Müller und H. Blessing verursacht. Sie gehören wegen dringendem Verdacht auf Untreue vor dem Zivilgericht auf Schadenersatz und vor dem Strafgericht verklagt.
    Auch die „Rettung“ der Commerzbank-AG durch die Regierung mit 18 Milliarden von Steuergeldern, ohne vorher die H. Müller und H. Blessing zu entfernen und vor Gericht zu bringen, zeugt von hoher Inkompetenz der Handelnden. Auch hier besteht ebenfalls der Eindruck von Untreue gegenüber den Steuer zahlenden Bürgern und den Bürgern die Ihr Erspartes der Commerzbank anvertraut haben.
    (§266 Untreue StGB -> Freihetsstrafe bis zu 5 Jahre)

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