Insider-Verkäufe
Topmanager machen an der Börse Kasse

Erfolgreiche Manager pflegen, ihre Aktien bei Höchstkursen in bare Münze zu tauschen. Ob Adidas, Henkel oder United Internet: Wo die Aktien auf Höchststand notieren, verkaufen jetzt die Chefs.

FrankfurtRalph Dommermuth zählt zu den erfolgreichsten Gründern in Deutschland. Über eine Milliarde Euro ist sein 40-Prozent-Anteil an dem Online-Imperium United Internet im Moment wert. Trotzdem hat er Anfang Juli über seine Beteiligungsgesellschaft zwei Millionen Aktien verkauft und dafür über 28 Millionen Euro eingenommen. Der Kurs war auf dem Niveau wie zuletzt Mitte 2008 angekommen.

Dommermuth führt damit eine Reihe prominenter Namen aus den Chefetagen der deutschen Topunternehmen an. Sie alle standen zuletzt vor der Frage, ob es nicht sinnvoll ist, einen Teil der Bestände zu verkaufen, da sich die Aktienkurse ihrer Unternehmen nahe oder schon über ihren historischen Höchstständen bewegen. Der Sportartikelhersteller Adidas gehört dazu, dessen Aktie schon seit Wochen von Allzeithoch zu Allzeithoch steigt. Aufsichtsrat Christian Tourres, der bereits im vergangenen Jahr zwischen September und Dezember Papiere im Wert von rund 14 Millionen Euro verkauft hat, hat nun erneut über fünf Millionen Euro durch einen Verkauf eingenommen.

Ähnlich ist die Situation bei Christoph Henkel, der sich in diesem Jahr schon dreimal von größeren Aktienpaketen getrennt hat und nun ein weiteres Mal Henkel-Aktien verkauft hat. Knapp zweieinhalb Millionen Euro hat er damit eingenommen. Genauso wie Adidas steuerte auch die Henkel-Aktie in den vergangenen Wochen ein Allzeithoch nach dem anderen an.

"Es gibt bei den Insidern im Moment keinen allgemeinen Verkaufstrend, es gibt ihn aber durchaus bei Aktien, die auf Höchstkursen notieren", sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) in Aachen. Soll heißen: Noch immer erwartet die Mehrzahl der Unternehmenslenker steigende Kurse. Nur bei denjenigen, deren Aktienkurse zuletzt schon so hoch wie seit Jahren nicht mehr oder gar so hoch wie noch nie stehen, wird ein Teil der Kursgewinne versilbert.

Für Börsianer ist das ein völlig normaler Vorgang. Für Privatanleger, die sich nach den Vorlagen der Topmanager richten, ist es jedoch ein Indikator, zwar nicht überstürzt aus diesen Papieren auszusteigen, aber ebenfalls darüber nachzudenken, einen Teil der Bestände zu veräußern. Die Analysten von Commerzbank Wealth Management empfehlen United Internet zwar immer noch zum Kauf und halten Adidas und Henkel zumindest für attraktiv. Gleichzeitig sehen sie aber bei dem Internetdienstleister ein hohes und bei den beiden Dax-Titeln zumindest ein mittleres Risiko.

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