Instagram-Konkurrent
Snapchat peilt geringen Börsenwert an

Der geplante Börsengang der Foto-App ist der größte eines Technologieunternehmens seit Facebook - auch wenn das Debüt kleiner ausfallen dürfte. Denn erstmals veröffentlichte Zahlen zeigen Schwächen im Geschäft auf.
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Los AngelesDie Betreiberfirma der populären Foto-App Snapchat dürfte bei ihrem Börsendebüt etwas weniger wert sein als bisher erwartet. Die Snap Inc. setzte die Spanne für den Ausgabepreis ihrer Aktien am Donnerstag auf 14 bis 16 Dollar fest. Das würde einer Bewertung von zwischen 19,5 und 22,2 Milliarden Dollar entsprechen, wie zuvor bereits das „Wall Street Journal“ und die „Financial Times“ berichteten. In den vergangenen Monaten galten 25 Milliarden Dollar als Richtmarke. Die endgültige Bewertung wird in den kommenden Wochen am Interesse der Anleger festgemacht werden.

Snap hatte Anfang Februar einen zunächst drei Milliarden Dollar schweren Börsengang angekündigt. Jetzt könnte die Platzierung er mit 230 Millionen Aktien insgesamt ein Volumen von knapp 3,7 Milliarden Dollar erreichen. Bei Snap selbst sollen 2,1 Milliarden davon landen.

Das Klima für Internet-Börsengänge war zuletzt mau. Die Aktien einiger einstiger Überflieger wie Groupon, Zynga oder Twitter stecken tief im Kurskeller. Eine Besonderheit des Snap-Börsengangs ist zudem, dass die Anleger dabei nur Aktien ohne Stimmrechte bekommen sollen. So will das Gründer-Duo Evan Spiegel (26) und Bobby Murphy (28) die volle Kontrolle über die Firma behalten. Bei den beiden liegen zusammen über 40 Prozent der Anteile und fast 90 Prozent der Stimmrechte. Der Börsengang wird sie offiziell zu Multimilliardären. Auch frühe Investoren, die zum Teil sehr günstig bei Snapchat einsteigen, werden massiv profitieren.

Die mit dem Börsenprospekt erstmals veröffentlichten Zahlen zeigten auch Schwächen im Geschäft auf. So stockte das früher rasante Wachstum der Nutzerzahlen Ende des vergangenen Jahres plötzlich. Snapchat hatte laut Börsenprospekt im Schlussquartal 2016 im Schnitt rund 158 Millionen User am Tag. Im Vergleich zum dritten Quartal kamen nur noch fünf Millionen Nutzer hinzu.

Snapchat wurde vor allem bei jungen Nutzern populär mit Fotos, die nach dem Ansehen von alleine wieder verschwinden. Inzwischen wird die App auch stärker für Kommunikation genutzt und zu einer Plattform für Medieninhalte ausgebaut. Neben der App produziert Snap auch eine tragbare Kamera („Spectacles“) in Form einer Sonnenbrille, die in den USA nur in so genannten Popup-Stores verkauft wird.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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