Internetfirma verbreitert ihr multimediales Angebot
Analysten loben Strategie von Yahoo

Einen steilen Aufstieg hat Internetdienstleister Yahoo im vergangenen Jahrzehnt hingelegt: Gegründet im Frühjahr 1995 als Hobby zweier kalifornischer Studenten, machte sich die Webseite schnell einen Namen in der Online-Gemeinde.

HB HOUSTON. Inzwischen werden Yahoos Seiten 2,7 Mrd. Mal pro Tag aufgerufen, so dass die Webadresse als eine der beliebtesten der Welt gilt. Rund 300 Mill. Surfer nutzen Yahoo zurzeit – und Analysten rechnen damit, dass diese Zahl bis zum Ende des Jahrzehnts auf eine Mrd. Surfer ansteigt. „Yahoo ist in diesem Jahr unser Favorit unter den Internet- und Medienaktien“, sagt Douglas Anmuth von Lehman Brothers.

Angesichts der starken Konkurrenz – vor allem die Suchmaschine Google ist sehr erfolgreich – geht Yahoo neue Wege, um Surfer zu Fans und Fans zu kaufkräftigen Kunden zu machen. Ende März kündigten die Kalifornier beispielsweise an, auch bei den kostenlosen E-Mail-Konten bessere Virenschutzprogramme einzuführen sowie den Speicherplatz ohne Aufpreis zu vervierfachen – von 250 Megabytes auf ein Gigabyte.

Darüber hinaus soll in den kommenden Monaten ein milliardenschweres Aktien-Rückkaufprogramm anlaufen, Yahoo will die nächsten fünf Jahre bis zu sieben Prozent aller Aktien vom Markt nehmen. Analysten werten dies als gutes Zeichen für Yahoos Selbstvertrauen. „Die Geschäftsleitung würde wohl kaum in diesem Umfang Aktien auf dem freien Markt kaufen, wenn uns ein schwaches Quartal bevorstünde“, sagt Anthony Noto von Goldman Sachs. „Außerdem ist dieser Schritt ein sinnvoller Weg, die mehr als 4,5 Mrd. Dollar Bargeld zu nutzen, die Yahoo besitzt.“ Benjamin Schachter von UBS lobt ebenfalls: „Rückkaufvorhaben bleiben oft unerfüllt, aber Yahoo hat beim letzten Mal seine Pläne durchgezogen.“

Sogar bis zur Unterhaltungsfabrik Hollywood streckt die Internetseite offenbar die Fühler aus. Experten rechnen damit, dass Yahoo sich in nächster Zukunft verstärkt Fernsehserien und Videospielen zuwendet, die speziell fürs Internet geschaffen sind. Dass drei Viertel der Yahoo-Nutzer über Breitbandverbindungen statt über Telefonleitungen ins Internet gehen, erleichtert dem Webdienst die Verbreitung solcher Videoinhalte mit langen Ladezeiten. Während viele Anleger Yahoos Wandel zum Multimedia-Unternehmen eher zögerlich betrachten, beurteilen die Analysten diese Strategie positiv. „Nach den jüngsten Kommentaren von Semel glauben wir nicht, dass Yahoo für solche Kooperationen zu viel auf den Tisch legt“, sagt Benjamin Schachter.

In den vergangenen zwölf Monaten hat der Aktienkurs einen gewaltigen Sprung um 40 Prozent gemacht. Der momentane Preis von rund 35 Dollar liegt allerdings wieder rund zehn Prozent unter dem Jahresbestwert vom Dezember. Deshalb empfiehlt die große Mehrheit der Experten den Anlegern bei den aktuellen niedrigeren Kursen den Kauf der Aktie. John Janedis von Bank of America etwa rechnet damit, dass Yahoo bis Ende des Jahres um mehr als 20 Prozent auf 43 Dollar steigt. Insgesamt raten 22 von 29 Empfehlungen zum Kauf, sechs zum Halten und eine zum Verkauf von Yahoo, errechnet der Finanzdienst Thomson First Call.

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