Investoren haben Appetit auf deutschen Maschinenbau
Homag-Börsengang steht unter einem guten Stern

Die Homag AG will in dieser Woche im zweiten Anlauf endlich den Sprung an die Börse schaffen. Und die Aussichten sind nicht schlecht: Kursgewinne bei IPOs wie Wacker Construction haben den Investoren Appetit gemacht auf deutschen Maschinenbau.
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DÜSSELDORF. Schon 2001 wollte das Unternehmen an die Börse, damals noch als Lignum, eine Holding, deren größter Teil die Homag war. Daraus wurde aber nichts, und ausnahmsweise kann man die Geschichte vom zu schwachen Marktumfeld glauben, die gescheiterte Börsenkandidaten allzu gern bemühen – meist, um eigene Schwächen oder exorbitante Preisvorstellungen zu kaschieren. 2001 waren IPOs fast unmöglich, Anleger fuhren ihre Aktienquoten gerade hektisch herunter, da wollte niemand neue Aktien. Nicht mal zum Dumpingpreis des 13-fachen Jahresgewinns ließ sich Lignum verkaufen.

Ganz so billig werden die Anleger sie diesmal sicher nicht bekommen. „Eine klassische Branche wie der Maschinenbau kommt bei den Investoren derzeit gut an“, meldet Vorstandschef Joachim Brenk von der Roadshow, auf der er seine Aktie Fonds und anderen Großanlegern anpriesen hat. Das scheint nicht übertrieben. Und so zielen die Banken in ihren Studien bei Homag jetzt eher in Richtung eines KGVs von über 20 (auf Basis der Gewinne von 2006) und bis zu 18 für 2007. Lohnen könnte sich ein Engagement für Anleger aber dennoch.

Das Unternehmen aus Schopfloch baut Maschinen für die Holzverarbeitung: Sägen, Hobel, CNC-Fräsen. Die Kunden sind Möbelfabriken, Fertighausproduzenten, Fenster- und Türenbauer. Alles keine rauschenden Wachstumsbranchen. Besonders die Möbelindustrie, mit der Homag 60 Prozent der Umsätze macht, leidet unter Preisdumping. Warum Homag beim Umsatz dennoch jedes Jahr um 5 bis 10 Prozent wachsen soll, profitabel mit einer Gewinnmarge von 7 bis 9 Prozent arbeiten kann und außerdem über eine gesunde Bilanz verfügt, erklärt Brenk so: „Der Kostendruck treibt die Möbelindustrie zur Rationalisierung, und Rationalisierung ist gut für Homag.“ Die Schwarzwälder haben sich auf den Aufbau kompletter Fertigungsstraßen spezialisiert: Vorne kommt der Baum rein, hinten die Schranktür heraus. Vor allem Großkunden arbeiten fast nur noch so, Swedwood etwa, der Möbelfertiger von Ikea, oder auch Poggenpohl.

80 Prozent der Homag-Maschinen gehen in den Export. Asien ist ein wichtiger Wachstumsmarkt. Für Anleger ist beruhigend, dass Homag nicht erst nach dem IPO nach Übersee expandieren will, sondern den Sprung schon lange hinter sich hat. Brenk hat auch keine Angst vor den sonst im Low-Tech-Maschinenbau so gefürchteten Kopisten aus China: „In der Massenfertigung geht es vor allem um Prozesse, und die lassen sich schwer kopieren“, sagt er.

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