IPO
Symrise geht auf Werbetour

Der Börsenkandidat Symrise beginnt am heutigen Dienstag seine Werbetour, um deutsche und internationale Investoren von der neuen Aktie zu überzeugen. Der Aromahersteller geht Mitte Dezember an die Börse; Deutsche Bank und UBS begleiten die Transaktion.

FRANKFURT AM MAIN. Die Preisspanne wollen die Banken Ende dieser Woche bekannt geben, sagte Georg Hansel von der Deutschen Bank bei der offiziellen Vorstellung der Börsenpläne am Montag in Frankfurt. Die Banken wollen bei der Preisfindung auf die Rückmeldungen der Investoren zum möglichen Wert von Symrise reagieren. Zwischen dem 1. und dem 8. Dezember beginnt eine voraussichtlich einwöchige Zeichnungsfrist.

Symrise entstand vor vier Jahren, als der schwedische Private-Equity-Investor EQT die rivalisierenden Holzmindener Aromenhersteller Haarmann & Reimer und Dragoco kaufte. Die Schweden fusionierten die konkurrierenden Firmen und schufen einen international konkurrenzfähigen Spieler. Dazu gehörten auch rigide Kostensenkungen inklusive der Entlassung mehrerer hundert Mitarbeiter.

Die Duft- und Geschmacksstoffe von Symrise finden sich beispielsweise in Maggi-Suppen, Coca-Cola, Nivea oder Dior-Parfums und erreichen einen Marktanteil von etwa neun Prozent. Der größte Konkurrent und Weltmarktführer Givaudan aus der Schweiz hat in der vergangenen Woche den Branchenfünften Quest geschluckt und damit seine Führungsposition ausgebaut. Das schade dem eigenen Geschäft nicht und schaffe auch keinen zusätzlichen Übernahmedruck auf sein Unternehmen, beteuerte Symrise-Chef Gerold Linzbach. Es reiche, in der Umsatzklasse von einer Mrd. Euro dabei zu sein.

Das Unternehmen will bis zu 130 Mill. Aktien ausgeben: bis zu 65 Mill. davon aus einer Kapitalerhöhung, bis zu 48 Mill. aus den Anteilen der Alteigentümer und bis zu 17 Mill. aus einer eventuellen Mehrzuteilung. Symrise-Finanzvorstand Rainer Grimm sagte, das Unternehmen plane schon im ersten Jahr eine „branchenübliche“ Dividende. Die Schweizer Givaudan hat im vergangenen Jahr 11,10 Euro pro Aktie gezahlt, was knapp 30 Prozent des Nettogewinns entspricht. Der nächstgrößere börsennotierte US-Konkurrent IFF kam auf 54 Eurocent Dividende; die Firmenpolitik sieht eine Ausschüttung von 30 bis 35 Prozent des Gewinns vor.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres lag der Gewinn von Symrise bei 19 Mill. Euro. In den Jahren zuvor musste das Unternehmen noch Verluste ausweisen, für die Zukunft ist ein höheres Gewinnniveau geplant.

Die Geschäftsentwicklung von Symrise nach Fusion und Fitnesskur sieht gut aus, die Gewinnmarge erreichte zuletzt 12 Prozent. Auch der Markt für Aromen wächst stabil, weil die Kunden der Konsumgüterhersteller immer raffiniertere Produkte nachfragen.

Doch mit dem Geld der Aktionäre will das Unternehmen zuerst die Verschuldung in Höhe von 1,3 Mrd. Euro zurückführen. Im Börsenprospekt steht: „Die Gesellschaft beabsichtigt, den von ihr angestrebten Nettoemissionserlös von ca. 650 Mill. Euro zusammen mit Mitteln aus einer noch vor der Notierungsaufnahme der Aktien der Gesellschaft abzuschließenden neuen Finanzierung in Höhe von 651,8 Mill. Euro zur Rückführung von Finanzverbindlichkeiten zu verwenden.“

Wenn das Unternehmen Schulden abbaut, muss es weniger Zinsen zahlen. EQT hatte die Kosten für die Übernahme der Vorgängerfirmen in die Bilanz von Symrise verlagert, wie für Übernahmen durch Private-Equity-Investoren üblich.

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