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Italiens Wirtschaft fällt in der Eurozone zurück - Goldman Sachs

Die italienische Wirtschaft fällt nach Einschätzung von Goldman Sachs gegenüber dem Rest der Eurozone zurück.

dpa-afx NEW YORK. Die italienische Wirtschaft fällt nach Einschätzung von Goldman Sachs gegenüber dem Rest der Eurozone zurück. Unzureichende wirtschaftliche Reformen und eine ungünstige demografische Entwicklung belasteten das Trendwachstum Italiens, schreiben die Volkswirte der Investmentbank in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Das Wachstumspotenzial sei mittlerweile auf 1,4 Prozent gesunken. Noch schwächer falle das tatsächliche Wachstum aus. Für das Jahr 2005 erwartet Goldman Sachs eine Stagnation und für 2006 lediglich ein Wachstum von 1,0 Prozent.

Das größte Problem der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone sei das niedrige Produktivitätswachstum, schreibt Goldman Sachs. Dieses habe im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre bei lediglich 1,1 Prozent gelegen. Die Lohnkosten seien hingegen im Durchschnitt um 4,9 Prozent geklettert. In der Eurozone hingegen sind im gleichen Zeitraum die Produktivität um 1,7 Prozent und die Lohnkosten lediglich um 3,5 Prozent gestiegen. Die Kombination aus niedrigem Produktivitätswachstum und höheren Löhnen habe die Exporte, das Wachstum und den Staatshaushalt belastet.

Umfassende Reformen NÖTIG

Die Versprechungen Italiens den Haushalt zu konsolidieren, sind nach Einschätzung von Goldman Sachs unglaubwürdig. Angesichts der im kommenden Jahr bevorstehenden Wahlen und den großen Problemen in der italienischen Wirtschaft sei es vollkommen unklar, wie die Defizite begrenzt werden könnten. Das Haushaltsdefizit dürfte vielmehr von 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2004, auf 4,6 Prozent in 2005 und auf 4,0 Prozent in 2006 steigen. Das Verfehlen der fiskalpolitischen Ziele dürfte auch zu einem Anstieg der Renditen italienischer Staatsanleihen führen. Aber auch der Aktienmarkt dürfte sich schwächer als im übrigen Europa entwickeln. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission dürften daher ihre Rhetorik gegenüber Italien verschärfen.

Die Probleme Italiens sind nach Einschätzung von Goldman Sachs nur lösbar, falls es zu umfassenden Struktur- und Haushaltsreformen kommt. Die Wahlen im kommenden Jahr böten einer neuen Regierung die Chance zu grundlegenden Reformen.

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