Konkurrenzlos günstige Produktion
Aracruz Celulose hängt Wettbewerber ab

Keiner produziert so kostengünstig wie der brasilianische Zellulose-Konzern Aracruz Celulose. Dennoch hat die Aktie des Konzerns in den letzten zwölf Monaten weit schwächer als der Börsenindex abgeschlossen: Während der Kursgewinn aller brasilianischen Aktien (ADR) an der Wall Street fast 50 Prozent betrug, stagnierten die Aracruz-Celulose-Titel.

SAO PAULO. Der Grund: Die Prognosen für den Zellulose-Preis sind nicht besonders günstig. Zudem nimmt der Wettbewerb in der Branche deutlich zu.

"Wenn du deinen Konkurrenten nicht schlagen kannst, dann musst du dich mit ihm zusammen tun", sagte Jukka Härmälä, der Chef des schwedisch-finnischen Zelluloseproduzenten Stora Enso kürzlich in Brasilien. Der größte europäische Zellulosehersteller eröffnete Anfang Oktober eine Eukalyptus-Farm und-Fabrik gemeinsam mit dem brasilianischen KonkurrentenAracruz Celulose das bisher einzige Joint-Venture der Zellulose-Branche weltweit.

Der Trend ist eindeutig: Immer mehr Investitionen der Zellulose- und Papierbranche werden in Schwellenländern statt in den Industrieländern getätigt. Vor allem Russland, China und Brasilien sind die neuen Standorte der Zellulose-Industrie. Aracruz Celulose ist eigentlich gut positioniert: Im feuchtheißen Klima des brasilianischen Küstenlandes wachsen die Eukalyptusbäume in knapp sieben Jahren zur Schlagreife heran. In Südeuropa benötigen die Bäume doppelt so lange. Weil außerdem die Arbeits- und Energiekosten in Brasilien niedriger sind, produziert Aracruz etwa zu den halben Kosten der US-Konzerne. Nach eigenen Angaben stellt Aracruz für rund 151 Dollar die Tonne Zellulose her.

Insgesamt ist die Branche schwierig. "Die Zellulosekonzerne kämpfen mit höheren Kosten, wachsender Konkurrenz aus Übersee und haben selbst wenig Preismacht", urteilt Analyst Stephen Simpson von Motley Fool, einem US-Investment-Berater. So reagierten die Aktien der Branche in den letzten Tagen sensibel auf die steigenden Inflationsrisiken in den Industrieländern, da höhere Zinsen zur Eindämmung der Geldentwertung den Konsum insgesamt und damit auch den Papierabsatz bremsen. Der Papier- und Zellulose-Branchendienst Hawkins Wright rechnet dennoch damit, dass der Durchschnittspreis für Zellulose Mitte des nächsten Jahres 550 Dollar die Tonne betragen, also kaum verlieren wird.

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