Kräftiges Kursplus
Nordex lässt Anleger hoffen

Aktien von Unternehmen aus der Öko-Branche gelten als Fass ohne Boden. Zahlreiche deutsche Solar- und Windkraftkonzerne rutschten in den vergangenen Jahren in die Insolvenz. Doch es gibt noch Hoffnung: Nordex.
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DüsseldorfUnternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien haben einen schweren Stand. Sinkende Subventionen und die übermächtige Konkurrenz aus China machen den Öko-Konzernen zu schaffen. Doch es scheint eine Ausnahme zu geben: Nordex.

Die Aktien des Windkraftanlagen-Herstellers stiegen am Montag in der Spitze um 6,4 Prozent auf 6,60 Euro und waren damit so teuer wie zuletzt im Juni 2011. Dabei wechselten in den ersten 45 Handelsminuten bereits fast so viele Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Im laufenden Jahr hat der Aktienkurs bereits um 107 Prozent zugelegt. Im TecDax liefert keine andere Aktie auch nur annähernd eine so starke Performance.

Analysten sind voll des Lobes: In der vergangenen Woche hatten die Analysten der Deutschen Bank ihr Kursziel für die Aktie von drei auf sechs Euro hochgesetzt. Die starke Dynamik beim Gewinn je Aktie sollte anhalten, begründete Analyst Alexander Karnick das neue Ziel in einer Studie.

Auch Analyst Sven Diermeier von Independent Research hält die Aktie für eine gute Investition. Die strukturellen und operativen Anpassungen durch den Windkraftanlagenbauer dürften zu weiteren deutlichen Ergebnisverbesserungen führen, schrieb er in einer Studie. Er empfiehlt Nordex zum Kauf.

„Allgemein hat der Preisdruck in der Windkraftbranche nachgelassen, wovon zahlreiche Windkraftunternehmen in Verbindung mit bereits umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen jetzt profitieren“, sagt Commerzbank-Analyst Sebastian Growe. Doch ein Blick auf die Historie mahnt zur Vorsicht bei Aktien aus dem Bereich der neuen Energien. Als 2004 mit Solarworld zum ersten Mal ein deutsches Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energien im TecDax Fuß fasste, sprachen Börsianer bereits von einer Zeitenwende im Technologie-Index.

In den darauffolgenden Jahren entbrannte ein wahrer Hype um die Öko-Konzerne. Bis 2007 folgten weitere sieben Photovoltaikunternehmen in den TecDax. In der Blütezeit machten die Solarwerte rund 30 Prozent der Marktkapitalisierung des „SolarDax“ aus, wie man den TecDax zu der Zeit zu nennen pflegte.

Doch die fetten Jahre sind längst vorbei. Seit 2011 befinden sich Solarworld und Co. auf dem Rückzug. Von den einst acht Solarwerten ist mit SMA Solar nur noch ein einziger Vertreter der Branche im TecDax übrig geblieben.

Auch für Nordex lief es zeitweise nicht gut: In den Jahren 2011 und 2012 konnte die Aktie ganz und gar nicht überzeugen. Von mehr als acht Euro Mitte 2011 rutschte die Aktie bis Ende 2012 unter drei Euro ab.

Kommentare zu " Kräftiges Kursplus: Nordex lässt Anleger hoffen"

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  • Von Kunde ist ja wohl nicht die Rede... sondern nur von Abkassieren unter Gesetzeszwang und Marktabschottung für ausländischen Strom.

  • Das ist ja die Lösung!

    Danke China! Die Windgrafen koppeln ihre sinnlosen Mühlen einfach vom Netz ab, wir zahlen weiter, aber es wird kein wertloser und und das Netz störender Strom eingespeist.

    Da könnte man sogar, diese Flügel demontieren.... stören doch sehr... und, man wagt es kaum zu schreiben, diese besch... Anlagen abbauen. Letztlich geht es ja nur um Geld für diese Ausbeuter. Und Nordex könnte mit seinen Ingenieuren gescheite Sachen planen, das traue ich denen zu.

  • Na ja, Frau Klatten hat sich bei Nordex bei einem Kurs von 21,5 eingekauft. Da müsste noch einiges passieren, um diese Niveau wieder zu erreichen.
    Umgekeht wird ein Schuh draus.
    Frau Klatten fährt mit BMW, Nordex und SGL Carbon eine Gesamtstrategie in Hinblick auf neue Werkstoffen.
    Dazu passt natürlich Nordex genau so wie BMW.
    Frau Klatten wird mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht verkaufen, sondern bleibt Ankeraktionär.

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