Kursphantasie
Postbank-Aktie startet durch

Die Aktie der Postbank beschleunigt ihren Kursanstieg. Einen konkreten Grund für die Rally sehen Börsianer allerdings nicht. Doch die Anteilseigner des Finanzinstituts könnten gleich doppelt profitieren.
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Frankfurt/DüsseldorfDie Postbank-Aktie setzt ihren Höherausch fort: Am Mittag notiert das Papier bei 25,60 Euro und damit knapp drei Prozent höher. Am Vormittag war der Titel sogar um fast fünf Prozent gestiegen und war damit so teuer wie zuletzt im September 2010. Einen unmittelbaren Auslöser für die Rally konnten Börsianer nicht nennen. Ein Marktteilnehmer tippte auf Deckungskäufe von Investoren, die auf einen weiteren Kursverfall gesetzt hatten.

Einige Börsianer spekulieren schon länger auf ein attraktives Kaufangebot. Durch den knapp 23-prozentigen Preisauftrieb der vergangenen sieben Wochen steigen die Chancen der Postbank-Kleinaktionäre, bei einem möglichen Squeeze Out mehr Geld zu bekommen. Denn die Abfindung für die aus einem Unternehmen heraus gedrängten Minderheitseigner orientiert sich am Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate.

Ende Februar könnte es soweit sein. Dann fällt der Deutschen Bank ein rund 40-prozentiges Aktienpaket der Deutschen Post zu, wodurch sich ihr Anteil an der Postbank auf mehr als 91 Prozent erhöht. Ein Deutsche-Bank-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob das Institut dann schon die Schwelle von 95 Prozent überschreiten wird, die nötig ist, um die Kleinaktionäre hinauszudrängen und die Postbank von der Börse zu nehmen.

Analysten wie Philipp Häßler von Equinet gehen allerdings davon aus, dass das der Fall sein wird. Er hat die Aktie mit Verweis auf einen zu erwartenden Squeeze Out bereits Mitte Februar hochgestuft und mit einem Kursziel von 25 Euro zum Kauf empfohlen. Zuletzt hat Alpha Value die Aktie der Postbank allerdings mit einem fairen Wert von 18 Euro zum Verkauf empfohlen.

Die Muttergesellschaft Deutsche Bank hatte am Dienstagabend verkündet, die Postbank enger an sich binden zu wollen. Die Postbank soll nach dem Willen ihres  Mehrheitsaktionärs bald den Rest ihrer Eigenständigkeit verlieren. Die beiden Institute kündigten baldige Verhandlungen über einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag für die Postbank an.

Tritt er in Kraft, haben die Postbank-Kleinaktionäre nur noch die Wahl zwischen einer Garantiedividende oder einem Abfindungsangebot für ihre Papiere. Die Verhandlungen sollen bis zum 5. Juni abgeschlossen sein, damit die Postbank-Hauptversammlung dann über den Vertrag abstimmen kann.

 

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kursphantasie: Postbank-Aktie startet durch"

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  • ..
    die post geht ab..
    ..
    aber wo..?? bei der DEUTSCHEN POST AG !!!
    ..
    ..
    die DEUTSCHE BANK hat von der DEUTSCHEN POST die POSTBANK
    erworben uz. zu einem wesentlich höheren kurs, als dieser
    an der börse zzt. gehandelt wird..
    ..
    eine tranche des kaufpreises steht noch aus...!!
    deshalb ist der eigentliche gewinner die DEUTSCHE POST -
    zumal es wegen der hohen liquidität offenbar eine sonder-
    dividende geben wird..
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