Luftfahrt- und Chemie-Aktien sind kurzfristig am stärksten betroffen
Börsianer fürchten Ölpreis-Schock

Der Ölpreis steigt unaufhörlich weiter. Inzwischen kostet ein Barrel (159,4 Liter) Rohöl der Nordseemarke Brent mehr als 36 US-Dollar. So teuer war der Rohstoff zuletzt Ende 1990. Damals war der Irak in das Nachbarland Kuwait einmarschiert.

DÜSSELDORF. Der neuerliche Preissprung sorgte an der Börse vor allem bei Aktien von Chemie- und Luftfahrtunternehmen für deutliche Abschläge. Und auch auf den Gesamtmarkt sehen Experten bei einem anhaltenden Anstieg der Ölpreise inzwischen größere Belastungen zukommen.

"Der Ölpreis bleibt neben der Zinsentwicklung die größte Gefahr für die Aktienmärkte", sagt Franz Wenzel, Stratege bei Axa Investments. "In unseren Szenarien unterstellen wir inzwischen, dass der Ölpreis in den kommenden Monaten konstant über 30 Dollar liegen wird, stärkere Kursrückschläge an den Börsen wären da keine Überraschung", erklärt Wenzel. Seine Einschätzung für Aktien hat er daher auf "neutral" zurückgenommen und rät zur Übergewichtung von defensiven Sektoren.

Für mittelfristig hohe Ölpreise sprechen Wenzel zufolge insbesondere die geringen Lagerbestände in den USA. Diese liegen deutlich unter der durchschnittlichen Lagerhaltung in den vergangenen fünf Jahren. Ein Risiko sieht Wenzel zudem in der Politik der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Obwohl die Opec zum 1. April offiziell die Förderquoten gesenkt habe, produzierten deren Mitglieder effektiv nach wie vor mehr Öl als vorgegeben. "Die Frage ist: Was passiert, wenn die Opec die Förderung tatsächlich senkt?"

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