Mögliche Emissionswelle
Hedge-Fonds GLG geht an die New Yorker Börse

Der Zug rollt: Mit GLG Partners entschloß sich ein weiterer Hedge-Fonds-Manager zum Gang an die Börse – die Anteilseigner sind entzückt. Während GLG sich von einem börsennotierten Unternehmen übernehmen lässt, um ihr Ziel zu erreichen, trifft die Börsenaufsicht auf diese Weise auf alte Bekannte.

dih LONDON. Der führende Londoner Hedge-Fonds-Manager GLG Partners springt auf den Börsenzug. GLG plant, sich von dem kleineren, börsennotierten US-Unternehmen Freedom Acquisition Holdings übernehmen zu lassen und so eine Notiz an der Wall Street zu erreichen. Die GLG-Anteilseigner werden an dem neuen Unternehmen 72 Prozent halten. Die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim sowie der Dubaier Investmentfonds Istithmar steigen mit je drei Prozent ein.

Die umgekehrte Übernahme (Reverse Takeover) im Volumen von 3,4 Mrd. Dollar bekräftigt den Trend zu Börsengängen unter Anbieter so genannter alternativer Anlageformen. Zuletzt hatten die US-Firmen Fortress Investment und Blackstone Group erfolgreiche Börsendebüts gegeben. Beide managen sowohl Private-Equity- als auch Hedge-Fonds. „Die meisten großen Hedge-Fonds-Gruppen denken über einen Börsengang nach“, sagte Mark James, Direktor für alternative Anlagen bei ABN Amro, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

GLG Partners gilt mit einem verwalteten Vermögen von rund 20 Mrd. Dollar als drittgrößter Hedge-Fonds-Manager in Europa. Die Gesellschaft ist allerdings auch bei der Börsenaufsicht kein unbeschriebenes Blatt: In den vergangenen beiden Jahren haben sie die Behörden in Paris und London in drei Fällen wegen Insiderhandels mit Millionenstrafen belegt.

Der Börsengang in New York soll mehr Investoren aus den USA anlocken. Den drei Geschäftsführern von GLG, Noam Gottesman, Pierre Lagrange und Emmanuel Roman, fließen durch die Übernahme 625 Mill. Dollar zu. Sie bleiben mit insgesamt 45 Prozent auch maßgebliche Aktionäre an dem Unternehmen, das weiterhin GLG Partners heißen wird. Ein weiterer großer Aktionär ist die Investmentbank Lehman Brothers, als deren Tochter GLG 1995 entstanden war. Investoren des Übernahmevehikels Freedom sind eine Reihe bekannter Fonds aus den USA.

Dieter Pfundt, persönlich haftender Gesellschafter bei Sal. Oppenheim, bezeichnete das Engagement bei GLG als sehr gute Ergänzung insbesondere zum Dach-Hedge- Fonds-Geschäft des Instituts. Einen Kaufpreis nannte er nicht.

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