Möglichkeit einer feindlichen Übernahme ist gering
Aktionäre von Canary Wharf stehen vor einer Geduldsprobe

Wo früher Hafenarbeiter Waren aus exotischen Ländern ausgeladen haben, beherrschen heute Geschäftsleute in Anzug und Krawatte das Bild. Der Canary Wharf genannte Anlegeplatz ist ein Teil der seit Ende der 1980er Jahre zum Bankenviertel ausgebauten Londoner Docklands. Allerdings leidet er seit ein paar Jahren unter der weltweiten Krise der Finanzbranche – und mit ihm auch die Betreibergesellschaft Canary Wharf Group.

LONDON. Seit Monaten tobt ein Übernahmekrieg um die börsennotierte Immobilienfirma, bei dem der Kreis der Bewerber mit jeder Woche kleiner wird. Noch in den vergangenen Tagen sah es so aus, als stehe das Unternehmen kurz vor dem Kauf durch ein Bankenkonsortium unter Führung des Morgan Stanley Real Estate Funds (MSREF). Doch mit jeder Stunde wird die Übernahme fraglicher.

Das ursprüngliche MRSEF-Angebot sah vor, den Aktionären 220 Pence je Anteilsschein in bar auszuzahlen und Titel der neu entstehenden Muttergesellschaft im Wert von 35 Pence je Aktie auszugeben. Bis zur vergangenen Woche unterstützte das Canary-Wharf-Management auch noch die Offerte.

Gestern dann kam die spektakuläre Kehrtwende: Canary empfahl seinen Aktionären, das MSREF-Paket nicht anzunehmen – offensichtlich auf Druck der größten Anteilseigner. Die kanadische Immobilienfirma Brascan und der Firmengründer Paul Reichmann hatten erklärt, dass sie die Höhe des Angebots von 255 Pence je Anteilsschein oder insgesamt 1,5 Mrd. Pfund (knapp 2,2 Mrd. Euro) für nicht akzeptabel halten. Der Kurs reagierte: Die Aktie verlor zeitweise fast 4 % auf 231 Pence.

Nach Ansicht von Analysten in der City ist die Absage eine Konsequenz auf das zu niedrige Angebot. Dieses spiegele nicht einmal den aktuellen Veräußerungswert von Canary Wharf wider, der bei 295 p je Anteilsschein liegt, heißt es bei der US-Investmentbank JP Morgan.

Seite 1:

Aktionäre von Canary Wharf stehen vor einer Geduldsprobe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%