Nach Gewinnwarnung
Celesio-Aktien brechen ein

Kurz vor seinem Abgang hat Celesio-Chef Fritz Oesterle die Aktie des Pharmahändlers auf ein Rekordtief geschickt. Die Papiere gaben zeitweise bis zu 17 Prozent nach - der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte.
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FrankfurtNach einem Kursturz von zwischenzeitlich 17 Prozent lag die im Nebenwerteindex MDax notierte Celesio-Aktie am frühen Nachmittag immer noch mit 11,5 Prozent im Minus bei 13,20 Euro. Nach einer Gewinnwarnung des noch amtierenden Celesio-Chefs Oesterle hatten Analysten von Equinet das Kursziel für den Stuttgarter Pharmakonzern von 18,00 auf 16,00 (Kurs: 13,245) Euro gesenkt und die Einstufung auf „Hold“ belassen. Laut des Analystenhauses gibt es derzeit allerdings keinen Grund, die Aktie zu besitzen.

Staatliche Preiseingriffe in wichtigen Märkten wie Großbritannien und ein harter Wettbewerb im Arzneimittel-Großhandel in Frankreich und Deutschland drücken bei Celesio immer stärker auf die Gewinne. Dazu komme die Schuldenkrise in Europa, die in den Gesundheitssystemen einiger Länder zu spüren sei, sagte Oesterle am Freitag auf einer Telefonkonferenz.

Das vom Mischkonzern Haniel kontrollierte Unternehmen hatte wegen der immer stärkeren Preiseingriffe bereits zwei schwierige Jahre angekündigt. Der Celesio-Chef, der das Unternehmen zum Monatsende verlässt, rechnet nun für dieses Jahr mit Belastungen von rund 120 Millionen Euro durch staatliche Maßnahmen. Noch im Mai war er von 100 Millionen Euro ausgegangen.  

Am Kapitalmarkt werde immer noch erwartet, dass Celesio 2011 einen operativen Jahresgewinn (Ebitda) von rund 660 Millionen Euro erwirtschafte, sagte Oesterle. Die Mindesterwartung liege bei 630 Millionen Euro. „Angesichts der dargelegten negativen Marktentwicklungen, der bestehenden Risiken und aufgrund höherer Investitionen in den Ausbau unseres nicht regulierten Geschäftes fühlen wir uns mit diesem Konsensus nicht wohl“, sagte der Manager. Celesio sehe das untere Ende des Korridors jetzt bei 600 Millionen Euro. Noch 2010 war der operative Gewinn von Europas größtem Pharmahändler um 11,4 Prozent auf knapp 700 Millionen Euro gestiegen.   

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