Nachholpotenzial
Bei Bankaktien geht noch was

Seit der Finanzkrise sind Bankaktien die Schmuddelkinder der Börse. Das hat gute Gründe. Dennoch raten Analysten jetzt zum Kauf der riskanten Papiere. Ausgerechnet die US-Notenbank könnte für die nächste Rally sorgen.
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New YorkDie Berichtssaison für das dritte Quartal beginnt. Große Sprünge dürften die meisten Aktien nicht mehr machen - bis auf eine Ausnahme. Analysten sehen besonders großes Potenzial bei Unternehmen, deren Kurse am weitesten von ihren Höchststanden entfernt sind, den Banken.

Auch wenn Finanzdienstleister im Standard & Poor's 500 Index in diesem Jahr 24 Prozent zugelegt und damit ihre stärkste Rally seit neun Jahren hingelegt haben, notieren sie doch noch immer 58 Prozent unter ihrem Rekord vom Februar 2007, wie Daten von Bloomberg zeigen. Nach Anzeichen einer Erholung auf dem Wohnimmobilienmarkt haben die Wallstreet-Firmen ihre Schätzungen für das Gewinnwachstum auf 21 Prozent für das dritte und 32 Prozent für das vierte Quartal angehoben - der stärkste Zuwachs unter den zehn Branchen im S&P 500.

Die Optimisten meinen nun, dass die Kurse von Banken weiter steigen werden, weil Anreize der US-Notenbank die Gewinne sprudeln lassen und Firmen wie KeyCorp und Wells Fargo & Co. helfen werden, sich von ihren Kursabstürzen während der Finanzkrise zu erholen. Die Pessimisten dagegen sagen, dass die Gewinne auf traditionelle Banken begrenzt sein werden und zunehmende Regulierung solchen Firmen schaden wird, deren Erträge vom Handels- und Konsortialgeschäft abhängig sind.

"Mit zunehmenden Transaktionsvolumina im Verbraucher-, Hypotheken- und Firmenkreditgeschäft steigt die Chance auf Gewinne" für regionale Banken, sagt Michael Shaoul, Vorsitzender von Marketfield Asset Management in New York. Finanzfirmen außerhalb des "reineren Bankenmodells" hätten mit zu starker Regulierung zu kämpfen, schrieb er in einer E-Mail.

Daten des US-Einlagensicherungsfonds FDIC zeigen, dass fast fünf Jahre nach dem Hoch an den Aktienmärkten die Immobilienkredite von 7246 Banken im FDIC-System auf 4,09 Billionen Dollar (3,15 Billionen Euro) zurückgegangen sind - vom Rekordvolumen von 4,81 Billionen Dollar im Jahr 2008. Nach 14 rückläufigen Quartalen in Folge sind die Ausleihungen in den letzten drei Monaten 2011 um 0,4 Prozent und knapp 0,1 Prozent zwischen Januar und Juni dieses Jahres gestiegen.

Kommentare zu " Nachholpotenzial: Bei Bankaktien geht noch was"

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  • Übertriebene Stimmungsmache und wie bei Bayern München:
    Immer drauf ... irgendwann wird es langweilig, dass ewige Banken - Bashing ...

  • "Bei Bankaktien geht noch was"
    ..., ja demnächst kommt die Vollverstaatlichung aller Zockerbanken und weitere Bad-Banks (die meisten sind eh schon dem Volk).
    Eine sehr provokante Überschrift für diesen Zuschußbereich des Staates - wohl schon die ganzen Bad-Banks vergessen. Habe selten solch einen unfundierten Müll hier als Headline gelesen - bitte um Antwort des Schreibelings, falls er Charakter hat.

  • "Bei Bankaktien geht noch was"

    Richtig. Nach unten!!!

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