Niederländischer Hersteller digitaler Landkarten ist auf dem Weg in den TecDax
Index-Spekulation beflügelt Tele Atlas

Die neu gewonnene Aufmerksamkeit, die der Aktie des niederländischen Technologieunternehmen Tele Atlas in den vergangenen Tagen zugekommen ist, kam ohne Zutun des Unternehmens zustande.

HB FRANKFURT. Weil Micronas – ein Schweizer Hersteller von Bauteilen für Fernsehgeräte – das Listing an der Deutschen Börse aufgeben wird, gilt Tele Atlas plötzlich als heißer Kandidat auf einen Platz im Technologie-Auswahlindex TecDax. Die Aktie hat seither um fünf Prozent an Wert zugelegt. „Tele Atlas ist der einzige Kandidat, der die Kriterien für den Aufstieg erfüllt“, sagt Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank (HVB). Eine höhere Liquidität und zusätzlich mehr Aufmerksamkeit bei den Investoren wären die Folge.

Allerdings sollten sich Investoren vom Aufstieg in den TecDax nicht allzu viel versprechen, gibt Carsten Klude vom Hamburger Bankhaus M.M. Warburg zu Bedenken. Passiv gemanagte Fonds, die einen Index exakt nachbilden und deswegen zukaufen müssten, gibt es für den TecDax nur wenige.

Interessanter für die künftige Kursentwicklung ist vielmehr die Geschäftsentwicklung bei Tele Atlas. Und hier sind die Aussichten gut. Der Hersteller digitaler Landkarten und Navigationssysteme gewinnt immer mehr Marktanteile, weil Auto-Navigationssysteme inzwischen längst nicht mehr nur als Luxusausstattung in hochpreisigen Limousinen zu finden sind. 77 Prozent aller Autofahrer wünschen sich inzwischen den nützlichen Lotsen im Auto, haben die Marktforscher von JD. Power ermittelt. In Deutschland verzeichnete die Branche in den vergangenen beiden Jahren Zuwachsraten von über 20 Prozent. Selbst Discounter wie Aldi und Lidl haben inzwischen einfache Geräte im Angebot. Was viele Nutzer nicht wissen: Das elektronische Kartenmaterial darauf stammt von Tele Atlas – oder vom US-Konkurrenten Navteq.

Zurzeit laufen die Geschäfte bei Tele Atlas auf Hochtouren – anders als bei anderen Automobilzulieferern, die im dritten Quartal wegen der Ferienzeit eher verhaltene Umsätze erzielen. Viele Navigationssysteme haben als Standardausrüstung nur eine Deutschland-Version aufgespielt. Wer ins Ausland fährt, muss entsprechend aufrüsten, um die Dienste des „Navis“ auch dort nutzen zu können. Je nach Land und Ausstattung kosten diese CDs zwischen 130 und 300 Euro. Weiterer Kurstreiber: In der Branche gilt es längst als ausgemachte Sache, dass schon bald von Wetterinformationen bis hin zum direkten Internetzugang ein noch breiteres Angebot an den Autofahrer gebracht werden soll.

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