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Ökonomen: Anschläge ohne langfristige Auswirkung auf Konjunktur

Die Anschläge von London haben nach Einschätzung von Volkswirten langfristig keine negative Folgen für die Wirtschaft. "Die Anschläge vom 11.

dpa-afx FRANKFURT. Die Anschläge von London haben nach Einschätzung von Volkswirten langfristig keine negative Folgen für die Wirtschaft. "Die Anschläge vom 11. September haben die Weltlage verändert, aber weder die US-Wirtschaft noch die dortigen Lebensverhältnisse aus der Bahn geworfen", sagte HVB-Chefvolkswirt Jörg Krämer am Donnerstag in München. Die US-Wirtschaft sei sehr schnell wieder gewachsen. Für Finanzinvestoren sei es wichtig, sich dieser Tatsache bewusst zu sein.

Die deutlichen Kursschwankungen an den Aktien-, Devisen und Rohstoffmärkten nach den Londoner Anschlägen bezeichnete Krämer als normal. "Die Reaktion ist nachvollziehbar, weil die Märkte erst einmal geschockt sind", sagte der Chefvolkswirt. Er rechne mit einer Normalisierung, die aber eine "gewisse Zeit" brauche.

Die heftigen Reaktionen der Anleger zeigen nach den Worten von Volkswirt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank die "Verwundbarkeit der Märkte". Die schwierige weltpolitische Lage sei durch die Londoner Anschläge wieder verstärkt ins Bewusstsein der Investoren gerückt. Er zweifle aber, ob dies von Dauer sei.

Keine Reaktion DER Notenbanken

Eine rasche Reaktion der Notenbanken auf die Anschläge erwarten Experten nicht. "Eine vorschnelle Aktion ist unwahrscheinlich", sagte Volkswirt Ross Walker von Royal Bank of Scotland. "Sie (die Notenbanker) wollen keine Panik an den Märkten auslösen." Falls nötig, werde der geldpolitische Ausschuss in einigen Tagen noch einmal zusammenkommen. Auch die EZB werde erst einmal abwarten, sagte HVB-Chefvolkswirt Krämer.

Der geldpolitische Ausschuss der Bank of England hatte trotz der Anschläge seine Beratungen am Donnerstag wie geplant fortgesetzt. Der Leitzins wurde wie erwartet bei 4,75 Prozent belassen. In den kommenden Monaten werde wegen der schwächeren Konjunktur mit einer Zinssenkung gerechnet, sagte Krämer. Die EZB beließ ihren Leitzins ebenfalls wie erwartet bei 2,00 Prozent. Nach den Terroranschlägen vom 11. September hatte die amerikanische Notenbank ihren Leitzins nach wenigen Tagen kräftig gesenkt.

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