Oppenheim-Studie: Bei einigen Unternehmen drohen nennenswerte Ergebniseinbußen durch neue Bilanzvorschriften
Optionen könnten Nebenwerte belasten

Die Verpflichtung, Aktienoptionen ab 2005 im Geschäftsbericht als Personalaufwand auszuweisen, wird bei einigen deutschen Kapitalgesellschaften zu deutlichen Ergebniseinbußen führen. Zu diesem Resultat kommt eine aktuelle Studie des Bankhauses Sal. Oppenheim.

rad DÜSSELDORF. Für Unternehmen, die nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) bilanzieren, ist die Offenlegung von Verpflichtungen aus Aktienoptionen ab Anfang kommenden Jahres Pflicht. „Gerade kleinere Gesellschaften und hier insbesondere Unternehmen vom ehemaligen Neuen Markt werden dadurch zum Teil erhebliche Einbußen haben“, fasst Oppenheim-Stratege Ralf Zimmermann die Ergebnisse der Studie zusammen. Besser sieht es seiner Meinung nach für die deutschen Standardwerte aus: „Bei den Dax-Konzernen spielen Aktienoptionen nur vereinzelt eine Rolle und in Relation zum Ergebnis werden die Einflüsse gering sein“, erklärt Zimmermann. In der zweiten und dritten Reihe könnten die Mindereinnahmen auf Grund der veränderten Bilanzierungsvorschriften aber durchaus einen nennenswerten Einfluss auf die Gewinnentwicklung haben.

Zu den Unternehmen, für die Sal. Oppenheim eine überproportionale Belastung errechnet hat, zählen Advanced Vision Technologies (AVT), Aixtron, Epcos, Qiagen, Singulus, Web.de, United Internet, Kontron, und SGL Carbon. „Bei diesen Unternehmen könnten die Gewinne um mehr als zehn Prozent zurückgehen. In Einzelfällen kann die Berücksichtigung von Optionen sogar den Sprung in die Gewinnzone verhindern“, heißt es in der Studie.

Allerdings dürfte die Liste der Leid Tragenden der neuen Bilanzierungsregeln noch um einiges länger sein. Denn im Unterschied zu den oben genannten Unternehmen, die nach US-GAAP bilanzieren und die Wirkung auf die Gewinne schon jetzt ausweisen müssen, macht der Großteil der Firmen zu den Optionsprogrammen bis jetzt keine Angaben. „Von positiven Ausnahmen wie Puma und Depfa abgesehen, die in ihren Geschäftsberichten bereits etliche Informationen bereit stellen, stochert man bei vielen Gesellschaften, die sich nach IFRS richten, im Nebel“, sagt Stratege Zimmermann.

So könnte Aktionären bei manchem Unternehmen eine Enttäuschung drohen, wenn die Informationen zu den Optionsprogrammen 2005 publik werden. Dies gilt weniger für Karstadt-Quelle, Puma und Fraport, bei denen Sal. Oppenheim auf Grund der vorhandenen Informationen geringe einstellige bis marginale Einbußen erwartet. Die hohe Zahl an ausstehenden Optionen könnte der Studie zufolge bei Funkwerk, Teleplan, Freenet und Medion hingegen auf zusätzliche Belastungen hinweisen. Der Mangel an Informationen mache konkrete Aussagen hier allerdings schwierig. Ebenso sei die Liste keineswegs vollständig und es könne durchaus „versteckte Aktien“ geben, bei denen Aktienoptionen das Ergebnis negativ beeinflussen.

Zimmermann warnt Anleger allerdings auch vor übereilten Schlüssen: „Optionen sind nicht per se schlecht und Aktien von Unternehmen mit großen Optionsprogrammen muss man auch nicht verkaufen, wenn das fundamentale Umfeld insgesamt stimmt.“ Rückschläge bei der ein oder anderen Aktie schließt der Stratege aber nicht aus. „Auf jeden Fall wird das Thema bei den Investoren in Zukunft eine größere Rolle spielen.“

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