Potenzial von bis zu zwölf Prozent
Experten erwarten eine Dax-Rally

Nach dem durchwachsenen ersten Börsenhalbjahr soll in den nächsten sechs Monaten alles besser werden. Das glauben Deutschlands größte Banken und Fondsgesellschaften. Nach der Stagnation billigen die Experten dem Dax ein Potenzial von sechs bis 12,5 Prozent zu. Dabei dürften jene Werte gut laufen, die von einem Konjunkturaufschwung profitieren – also Zykliker. Daneben setzen die Banker auf Versicherungen.

DÜSSELDORF. „Wie weit gehen die US-Zinsen nach oben? Wird das Ölkartell Opec die Fördermengen ausweiten?“ Diese Themen werden nach Ansicht von David Milleker, Dresdner Bank, auch im zweiten Halbjahr die Märkte beherrschen. Die Experten rechnen damit, dass die Zinsen maßvoller steigen als bislang von vielen Investoren erwartet und der Ölpreis nicht mehr zulegen wird, sondern sein Hoch gesehen haben dürfte. „Wenn Öl wieder billiger wird, ist eine gute Basis für eine sehr schöne Sommer-Rally gelegt“, meint Gertrud Traud von der Bankgesellschaft Berlin. Weitere Eckpfeiler ihrer Rechnung: Höhere US-Zinsen belasten nicht, weil Anleger sie längst eingepreist hätten. Terrorangst, Konjunktur-, Öl- und Inflationssorgen habe der Markt schon lange „gespielt“. Zudem sinke die Inflationsgefahr mit dem fallenden Ölpreis.

„Wir erwarten im zweiten Halbjahr neue Jahreshöchststände“, prognostiziert Bernd Meyer von der Deutschen Bank einen Dax von 4 500 Punkten. „Wir setzen auf globales Wachstum, in dem die USA oberhalb des Gesamttrends zulegen werden“, sagt Meyer. Weil sich auch der Euro beruhigt hat und nach Meinung der Experten keine neuen Hochs erreichen wird – und deshalb die Exporte nicht zusätzlich behindern dürfte –, gebe es für Aktien künftig Luft nach oben. „Es wäre nicht das erste Mal, dass wir eine Sommer-Rally sehen, die den Dax bis zu zehn Prozent nach oben bringt. Die Zutaten dafür sind jedenfalls vorhanden“, glaubt auch Rolf Elgeti von Commerzbank Securities. Sobald der Markt drehe, werde das Geld der Langfristanleger ebenfalls in diese Richtung fließen.

Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg beobachtet eine Lethargie, die den Dax seit mehr als einem halben Jahr zwischen 3 700 und 4 170 Punkten gefangen hält. „Wird diese Spanne verlassen, dürfte es sehr schnell nach oben in Richtung 4 400 und bis zu 4 600 Punkte gehen“, glaubt er. „Belastungsfaktoren verschwinden. Dadurch können die sehr guten Unternehmensgewinne in den Vordergrund rücken.“ Als Beleg führt Schallenberger die Börsenreaktion auf die US-Arbeitsmarktzahlen an. Während im April gute Daten Zinssorgen schürten und Aktien auf Talfahrt schickten, sorgten noch bessere Daten Anfang Juni für den gegenteiligen Effekt. Für den Experten ist das ein Signal, dass sich die Märkte mit höheren Zinsen abgefunden haben und nun auf den Aufschwung setzen.

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