Privatisierungen und neues Marktsegment sollen das Geschäft beleben
Finanzplatz Paris erwartet zahlreiche Börsengänge

Nach einem guten Jahr 2004 erwarten französische Investmentbanker auch für 2005 ein ordentliches Geschäft mit Börsenneulingen (IPO) am Finanzplatz Paris.

PARIS. Zwei Treiber machen die Experten aus: Der französische Staat wird seinen Privatisierungskurs fortsetzen: Mit den Versorgern EDF (Strom) und GDF (Gas) will Finanzminister Thierry Breton gleich zwei Milliardendeals platzieren. Darüber hinaus setzt Börsenbetreiber Euronext große Hoffnungen in sein neues Marktsegment „Alternext“. Dies soll dank erleichterter Zulassungsregeln vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen den Weg an die Börse ebnen. Laut Euronext haben bereits ein Dutzend Unternehmen Interesse signalisiert.

Nach dem mauen IPO-Jahr 2003 verzeichnete Euronext 2004 in Paris 24 Neuzugänge. In diesem Jahr machte die Sanef den Anfang: Ende März verkaufte der Staat knapp 25 Prozent am Autobahnbetreiber. Die Aktien waren 14-fach überzeichnet, vor allem Privatanleger griffen zu.

Diese neue Lust der Privatanleger an Börsengängen macht Experten Mut. „Das Klima für Börsengänge ist intakt“, urteilt Pierre-Yves Bonnet, Managing Director Equity Capital Markets bei der Investmentbank der Société Générale. Die Bewertung der Märkte habe sich insoweit verbessert, dass die Emittenten wieder attraktive Preise für ihre Aktien bekommen. Die Investoren wiederum verfügen über reichlich Liquidität und sind auf der Suche nach neuen Anlage-Chancen.

Trotz ihres großen Volumens sieht Bonnet keine Probleme, dass die französische Regierung die Aktien der beiden Versorger EDF und GDF platziert bekommt. GDF verfügt über eine solide Bilanz und weist nur 4,4 Mrd. Euro Schulden aus bei einem Eigenkapital von 10,6 Mrd. Euro. GDF soll noch vor dem Sommer an die Börse, der Erlös wird auf rund drei Milliarden Euro veranschlagt. Der Gas-Versorger wird aber nicht vor dem politisch heiklen EU-Referendum in Frankreich am 29. Mai auf das Parkett geschickt.

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