Rekord-Börsengang
Braas Monier soll am Parkett durchstarten

25 bis 50 Prozent Dividende verspricht der Bauzulieferer Braas Monier vor dem Börsengang in Deutschland für Zeichner der Mega-Neuemmission – wenn der Schuldenabbau läuft. Den hat der Konzern zuletzt gut bewerkstelligt.
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FrankfurtDer Börsengang des Dachpfannen- und Schornstein-Herstellers Braas Monier soll der bisher größte in Deutschland in diesem Jahr werden. Der Schritt an die Frankfurter Börse soll bis zu 621 Millionen Euro einbringen, 100 Millionen davon gehen an das Unternehmen selbst, wie Braas Monier am Dienstag im Börsenprospekt mitteilte. Insgesamt wäre das Unternehmen damit gut eine Milliarde Euro wert. Die Aktien können von Mittwoch an bis zum 24. Juni in einer Spanne von 23 bis 28 Euro gezeichnet werden. Am 25. Juni will das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg sein Debüt an der Börse feiern. Vor fünf Jahren war Braas Monier von seinen Gläubigern übernommen worden, als der Bauzulieferer unter seinen Schulden zusammenzubrechen drohte, die ihm der Finanzinvestor PAI Partners aufgeladen hatte.

Begleitet wird der Börsengang des 7400 Mitarbeiter starken Unternehmens, dessen Deutschland-Geschäft von Oberursel bei Frankfurt aus geleitet wird, von den Banken BNP Paribas, JP Morgan und UBS. Die derzeitigen Haupteigner, allen voran die Beteiligungs-Firmen Apollo, TowerBrook und York Capital, wollen ihren Anteil auf bis zu 42 Prozent reduzieren. Auch BNP Paribas gehört zu den Großaktionären von Braas Monier. Die Schulden sind inzwischen auf knapp 450 Millionen Euro geschrumpft. Mit dem Emissionserlös will Vorstandschef Pepyn Dinandt weitere Kredite tilgen. Er lockt die Anleger mit einer Dividende von 25 bis 50 Prozent des Nettogewinns, sobald die Verschuldungsquote einen bestimmten Wert unterschritten hat. Das sei 2015 erfüllbar.

Im vergangenen Jahr und im ersten Quartal 2014 standen aber noch rote Zahlen zu Buche, vor allem wegen eines noch laufenden Stellenabbaus. 2013 lag der Nettoverlust bei 69 Millionen Euro. Den operativen Gewinn (Ebitda) steigerte das Unternehmen um 28 Millionen auf 160 Millionen Euro. Dabei sank der Umsatz wegen der flauen Bau-Konjunktur und des schlechten Wetters auf 1,23 (2012: 1,32) Milliarden Euro.

Im ersten Quartal kletterten die Erlöse um 16 Prozent auf 250 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr sagt Braas Monier aber nur ein leichtes Wachstum voraus, das Ebitda soll deutlich stärker steigen. Die Restrukturierungskosten sollen in diesem Jahr weit weniger ins Gewicht fallen. Dinandt sagte, Braas Monier habe in der Krise seine Hausaufgaben gemacht. „Dadurch sind wir hervorragend aufgestellt, um von der erwarteten Markterholung in Europa und den attraktiven Wachstumschancen in Schwellenländern sowie in unserem Geschäft mit Dachkomponenten zu profitieren.“

Während in Deutschland Braas die bekannteste Marke ist, werden Dachpfannen und -ziegel in Skandinavien und Asien unter dem Namen Monier verkauft. Ein großer Konkurrent ist die österreichische Wienerberger, zu den deutschen Rivalen gehören die zur belgischen Etex-Gruppe („Eternit“) gehörende Creaton und Erlus.

Braas Monier ist das zweite deutsche Unternehmen, das von seinen ehemaligen Gläubigern in diesem Jahr an die Frankfurter Börse gebracht werden soll. Die Aktie des Gasdruckfedern-Spezialisten Stabilus legte in den vergangenen drei Wochen zwölf Prozent zu. Sein Börsengang hatte 260 Millionen Euro gebracht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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