Rekordauftrag für Airbus
EADS-Aktie springt auf Mehrjahreshoch

Ein Großauftrag für die EADS-Tochter Airbus versetzt Anleger in Kauflaune. American Airlines, bisher treuer Boeing-Kunde will 260 Maschinen bei Airbus kaufen. Analysten sind begeistert und raten reihenweise zum Kauf.
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DüsseldorfMit einem Rekordauftrag für Airbus und Boeing heizt American Airlines den Machtkampf der beiden weltgrößten Flugzeugbauer an. Die drittgrößte US-Fluglinie tätigt nach eigenen Angaben die größte Bestellung der Luftfahrt-Geschichte und ordert 460 Kurz- und Mittelstreckenjets. Zudem sichert sie sich Optionen auf 465 weitere Maschinen. Den Auftrag teilen sich die beiden großen Hersteller Boeing und die EADS-Tochter Airbus. Den Angaben zufolge erhält Airbus den Auftrag zur Lieferung von 260 Maschinen mit einer Option auf weitere 365 Stück. Boeing soll 200 Flugzeuge liefern mit der Option auf weitere 100 Einheiten. Am Morgen hatte es bereits Medienberichte über den Auftrag gegeben, den American Airlines später bestätigte.

Kein Wunder, dass die Aktien von EADS an der Börse gefragt waren. In Frankfurt setzten sich EADS-Titel an die MDax-Spitze. Bis zum Mittag verteuerten sie sich um 4,3 Prozent auf 24,86 Euro und notierten damit so hoch wie seit Oktober 2007 nicht mehr. Der Index der mittelgroßen Werte stieg zeitgleich um 1,5 Prozent auf 10.789,87 Punkte. Im ebenfalls festen Pariser CAC-40-Index gewannen die Aktien 4,05 Prozent auf 24,90 Euro.

Die Entwicklung der Aktie konnte sich zuletzt sehen lassen: Seit Jahresanfang ging es – abgesehen von einigen kleinen Rücksetzern – kontinuierlich nach oben. Im Januar gab es die Papiere noch für 17,50 Euro, heute sind sie mehr als 40 Prozent teurer.

Und Analysten sehen weiteres Potenzial. Auf den Großauftrag aus den USA reagierten sie prompt und bekräftigten reihenweise ihre Kaufempfehlungen. Laut Cheuvreux-Analyst Antoine Boivin-Champeaux dürften die genannten Orders wie in der Branche üblich Bestellungen anderer US-Fluggesellschaften  nach sich ziehen. So seien beispielsweise die Flugzeugflotten von Delta Airlines und United Continental in die Jahre gekommen, schrieb er in einem aktuellen Kommentar. EADS schneide seit Jahresbeginn besser als der Markt ab und habe die Nase weiter deutlich vor dem US-Rivalen Boeing. Der Experte bewertet EADS mit „Selected List“ und sieht deutliches Aufwärtspotenzial zum Kursziel von 34,00 Euro.

Analyst Michael Tappeiner von Unicredit betonte, die Teilung des Auftrags sei sehr bedeutsam, da American Airlines derzeit nur bei Boeing Kunde sei. Tappeiner empfiehlt die EADS-Aktie weiterhin zum Kauf mit Kursziel 23,90 Euro.

Auch die Deutsche Bank ist mit ihrem Kursziel etwas bescheidener als die größten Optimisten am Markt. Die Analysten der Bank hoben mit Blick auf die anstehenden Zahlen ihr Kursziel von 24,50 auf 26,00 Euro an und blieben ebenfalls bei ihrer Kaufempfehlung. Die für den 29. Juli angekündigten Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr sollten zeigen, dass EADS und insbesondere die Tochter Airbus auf einem guten Weg seien, die Unternehmensziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Dank des exzellenten Auftragseingangs auf der Pariser Luftfahrtmesse sollte der Cashflow im zweiten Quartal stark ausgefallen sein.

Die meisten Analysten waren schon vor dem Großauftrag positiv für die EADS-Aktie gestimmt. In den vergangenen vier Wochen empfahlen laut Brancheninformationsdienst Bloomberg immerhin 13 Experten das Papier zum Kauf. Ein Mal lautete das Urteil „Halten“ und drei Mal „verkaufen“.

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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