Reuters-Umfrage
Analysten erwarten EZB-Zinsschritt im September

Die EZB wird ihr bisheriges Tempo beibehalten und im September das nächste Mal den Leitzins erhöhen. Davon sind die meisten Analysten überzeugt, auch wenn ein klarer Hinweis der Währungshüter auf diesen Termin noch aussteht.

HB LONDON. Bei der am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Umfrage gaben 64 von 73 Teilnehmern die Prognose ab, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins am 6. September um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent anheben wird. Nur neun Bankenvolkswirte vermuten, dass die Währungshüter erst im Oktober die Kredite an Geschäftsbanken weiter verteuern.

Doch für alle Umfrageteilnehmer steht fest, dass der EZB-Rat bei seiner Sitzung am 2. August den Schlüsselzins von 4,0 Prozent unverändert lassen wird. Das Treffen ist bisher - wie in der Ferienzeit üblich - als Telefonkonferenz geplant. Analysten fragen sich deshalb, auf welchem Weg der EZB-Rat das gewohnte Signal für eine Zinserhöhung im Folgemonat geben könnte. Alle acht Zinsschritte seit Ende 2005 wurden auf der Pressekonferenz einen Monat im Voraus mit dem Versprechen „großer Wachsamkeit“ angekündigt.

„Sie müssen die Botschaft großer Wachsamkeit in diesem Monat anders übermitteln. Ich würde mir Gedanken machen, wenn wir es nicht irgendwo finden würden“, sagte Analystin Astrid Schilo von HSBC. Nach ihrer Einschätzung ist die EZB weiter auf Zinserhöhungskurs. Daher bestehe kein Grund, vom bisherigen Drei-Monats-Takt abzuweichen. HSBC erwartet so wie die meisten Banken einen letzten Schritt auf 4,5 Prozent im Dezember und dann einen unveränderten Zins im kommenden Jahr. Der Geldmarkt misst einer Erhöhung auf 4,5 Prozent bis Ende 2007 dagegen nur eine Wahrscheinlichkeit von einem Drittel bei.

Auf der Pressekonferenz vor einem Monat hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vor Inflationsgefahren gewarnt und damit weiteren Bedarf für eine strafferen Geldpolitik angedeutet. Doch beließ er es bei dem Hinweis, er wolle die auf September und Oktober gerichteten Markterwartungen nicht verändern. Seither betonten mehrere EZB-Ratsmitglieder, sie legten sich nie im Vorhinein auf Zinsbeschlüsse fest und begutachteten immer wieder die aktuellen Wirtschaftsdaten. Diese weisen auf eine anhaltend robuste Konjunktur hin, die nach Befürchtung der EZB zu stärkerer Inflation führen könnte.

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