Schrumpfendes Geschäft
Internet-Pionier Yahoo enttäuscht Aktionäre

Der Internetkonzern Yahoo verliert gegenüber der Konkurrenz weiter an Boden. Das gefällt Anlegern gar nicht. Die Aktie gehört an der Nasdaq zu den größten Verlierern. Analysten sehen allerdings nicht ganz so schwarz.
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DüsseldorfDer Internet-Pionier Yahoo verliert im Vergleich zu Facebook und Google mehr und mehr an Schwung. Zwar konnte Konzernchefin Carol Bartz im Frühjahr einige Löcher in der Sparte für Internetsuche flicken - gleichzeitig jedoch drückten Risse im Anzeigengeschäft den Umsatz. „Sie versuchen ständig, eine ganze Reihe dringender Probleme zu lösen - leider treten dabei immer wieder neue auf“, erklärte Branchenexperte Ben Schachter von der Investmentbank Macquarie.

Anleger interpretierten die jüngste Firmenbilanz als weitere Enttäuschung und schickten die Aktien auf Talfahrt: Sie büßten mehr als sechs Prozent ihres Wertes ein. Bereits in den vergangenen Monaten hinkte Yahoo dem Markt weit hinterher. Seit Mitte Mai hat die Aktie mehr als 20 Prozent ihres Wertes verloren und notiert aktuell unter 14 Dollar.

Der Internet-Pionier kämpft weiterhin mit einem schrumpfenden Geschäft und verweist dabei vor allem auf ein schlechteres Abschneiden bei grafischen Anzeigen, der sogenannten Display-Werbung. Gleichzeitig konnte Yahoo zwar die Kosten senken und so den Nettogewinn auf 237 Millionen Dollar von zuvor 213 Millionen steigern. Allerdings verfehlte der Konzern damit die Analystenschätzungen.

Yahoo ist noch immer eine der beliebtesten Adressen im Netz, aber Marktforschern zufolge wird Facebook in diesem Jahr den Pionier bei den Einnahmen durch Werbebanner überholen. Google hatte die Anleger erst vor wenigen Tagen mit unerwartet guten Geschäftszahlen erfreut.  

Analysten zeigten sich schon vor den Yahoo-Zahlen zurückhaltend: Zwar hat in den vergangenen vier Wochen kein Analyst zum Verkauf geraten. 19 Experten sagen allerdings „Halten“ und nur neun „Kaufen“. Nach den Zahlen ist das Bild uneinheitlich: „Outperform“ lautet das Urteil von RBC Capital. Die Experten sehen Kurspotenzial bis auf 20 Dollar. Auch Jeffries und Neeham heben den Daumen bei Kurszielen von 18 beziehungsweise 19 Euro hoch. Bei der Deutschen Bank lautet die Empfehlung dagegen „Halten“ mit einem Kursziel von 13 Euro, „Neutral“ sagen auch Credit Suisse (Kursziel 19 Dollar) sowie JP Morgan und Citi (beide 17 Dollar).

Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für Yahoo von 19 auf 18 US-Dollar gesenkt und die Einstufung auf „Equal Weight“ belassen. Trotz des anhaltenden Wachstums des Internet-Pioniers in einigen Geschäftsfeldern bereite der Umsatztrend doch Sorgen, schrieb Analyst Anthony DiClemente in einer aktuellen Studie. Die Anleger müssten schon eine sehr optimistische Erwartung für Verkäufe von Beteiligungen in Asien haben, um eine Position in Yahoo-Papieren zu rechtfertigen. Hierzu habe es allerdings keine handfesten Neuigkeiten gegeben. Zudem sei der Ausblick auf das dritte Quartal vergleichsweise schwach. Daher senkte DiClemente seine Schätzungen trotz unerwartet guter Suchmaschinen-Umsätze und höherer Margen. Entsprechend der Einstufung „Equal weight“ rechnen die Analysten von Barclays Capital damit, dass sich die Aktie in den kommenden zwölf Monaten in etwa wie die anderen Titel im beobachteten Sektor entwickeln wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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